Orius spp.

Orius spp. (Blumenwanzen)

Schaderreger: Blattläuse, Blattsauger, Spinnmilben, Thripse

Der Begriff  "Raubwanze" ist hier funktional zu verstehen und enth√§lt Vertreter aus unterschiedlichen Wanzenfamilien (Anthocoridae, Pentatomidae, Nabidae, Reduviidae, Miridae ...), von denen insbesondere Vertreter der Anthocoridae (Gattung Orius und Anthocoris) und Miridae (Gattung Macrolophus) eingesetzt werden, daneben aber auch noch Pentatomidae (Picromerus bidens).

Bedeutung

Im Freiland spielen die r√§uberischen Wanzen insbesondere als Blattlaus- und Spinnmilbenfeinde in g√§rtnerischen und landwirtschaftlichen Kulturen eine nicht zu untersch√§tzende Rolle.

Sie ben√∂tigen f√ľr ihre Larvalentwicklung 300 bis 600 Spinnmilben oder 100 bis 200 Blattl√§use. Sie k√∂nnen sich, wenn keine Beute vorhanden ist, auch von Pollen ern√§hren. Bedeutend ist die Gattung Orius, deren Arten h√§ufig und dabei schon recht fr√ľh im Jahr in Obstanlagen auftreten. In Gew√§chsh√§usern werden Arten der Gattung Orius insbesondere zur Thrips-Regulierung eingesetzt.

Biologie in K√ľrze

Blumenwanzen sind als Imagines kaum gr√∂√üer als 5 mm (Orius-Arten etwa 2 bis 3 mm), l√§nglich-oval gebaut und oft unscheinbar braun bis schwarz gef√§rbt. Der kr√§ftige viergliedrige R√ľssel wird in Ruhestellung eingeklappt an der Unterseite des Kopfes getragen. Die erwachsenen Blumenwanzen sind voll flugf√§hig. Sie √ľberwintern als Adult in gesch√ľtzten Schlupfwinkeln (unter Rinde oder Falllaub). Pro Jahr treten ein bis drei Generationen auf.

Die Eier werden ins Blattgewebe (unter die Epidermis von Blattstielen, Blattnerven oder Blattspreiten, teilweise auch in Bl√ľtenorgane) versenkt und mit einem Deckelchen versehen, das wie ein Korken in einer Flasche sitzt. Sie sind ca. 0,6 mm lang, zun√§chst milchig gelb, sp√§ter br√§unlich gef√§rbt und haben eine Entwicklungsdauer von f√ľnf bis acht Tagen. Pro Weibchen werden zwischen 50 und 200 Eier abgelegt.

Die 1 bis 2 mm gro√üen Larven haben eine ovale Form und sind hell- bis dunkelbraun, mitunter auch braunrot gef√§rbt. Sie ern√§hren sich √§hnlich wie die erwachsenen Tiere, sind jedoch noch nicht flugf√§hig. Ihre Entwicklungsdauer betr√§gt ca. drei Wochen.

Anwendungsempfehlung

Die Orius-Wanzen sollten so fr√ľhzeitig wie m√∂glich eingesetzt werden. Gut bew√§hrt hat sich ihr kombinierter Einsatz mit Amblyseius-Raubmilben. Wichtige Voraussetzung f√ľr den erfolgreichen Einsatz sind durchschnittliche Temperaturen von 18 Grad und eine Tagesl√§nge von mindestens 14 Stunden.

Die Orius-Wanzen sollten sofort nach Erhalt ausgebracht werden. L√§sst sich eine Lagerung nicht vermeiden, kann die Packung f√ľr einige Stunden bei 8 bis 12 Grad aufbewahrt werden.

  • Sch√ľtteln Sie die Packung mehrmals, um eine gleichm√§√üige Verteilung der Raubwanzen zu erreichen.
  • √Ėffnen Sie die Packung erst im Gew√§chshaus.
  • Verteilen Sie den Inhalt gleichm√§√üig √ľber den Pflanzenbestand durch Aufstreuen auf die Bl√§tter.
  • Lassen Sie die Packung noch f√ľr einige Tage im Gew√§chshaus liegen, da sich darin noch N√ľtzlinge befinden k√∂nnen.

Die Orius-Wanzen sind sehr lichtscheu und daher nur schwer im Pflanzenbestand wiederzufinden. Nach etwa 10 bis 14 Tagen sollte in den Befallsstellen jedoch eine deutliche Reduzierung der Thripse feststellbar sein.

Zus√§tzlich zum Einsatz der N√ľtzlinge empfiehlt sich das Aufh√§ngen von Blautafeln (eine Tafel pro f√ľnf Quadratmeter), um den Befallsverlauf zu beobachten. Die erwachsenen Thripse werden von der Farbe angezogen und bleiben auf dem Leim haften. Die Blautafeln tragen somit auch zur Minderung des Befalls bei.

Letzte Aktualisierung 28.12.2010

Wo kann ich N√ľtzlinge kaufen?

Cover des Flyers N√ľtzlinge kaufen

Liste der in Deutschland kommerziell erh√§ltlichen N√ľtzlinge mit Anwendungsm√∂glichkeiten und Bezugsquellen

Zum Flyer (PDF-Dokument)

Nach oben