Beikrautregulierung

Beikrautregulierung im Ökolandbau

Das Vorbeugen hat im ökologischen Landbau die höchste Priorität - bei der Beikrautregulierung ebenso wie beim Schutz vor Krankheiten und Schädlingen. Der Grund für eine übermäßig starke Ausbreitung einzelner Beikrautarten liegt häufig in einer fehlerhaften Bewirtschaftung.

Daraus folgt der wichtige Grundsatz: Ursachen beheben statt Symptome bekämpfen! Insbesondere durch eine durchdachte Fruchtfolge kombiniert mit einer sorgfältig gewählten Bodenbearbeitung kann man dem massenhaften Auftreten von Beikräutern entgegenwirken.

Neben den vorbeugenden Maßnahmen wird das Beikraut in der Regel mechanisch reguliert: mit Striegel, Hacke, Bürsten und in einigen Fällen durch Abflammgeräte oder auch durch eine Handhacke. Im ökologischen Landbau wird allerdings nicht der "reine Tisch" angestrebt, wo nur noch die angebaute Kultur wächst. Das Beikraut soll auf ein akzeptables Maß gebracht werden, das heißt es darf die Ertragsbildung der Kulturpflanzen und die Ernte- und Pflegemaßnahmen nicht übermäßig beeinträchtigen.

Vorbeugende Beikrautregulierung - die Maßnahmen

Eine vielseitige, wohldurchdachte Fruchtfolge ist die wirkungsvollste vorbeugende Maßnahme, denn Beikräuter sind hinsichtlich Keimzeiten, Wachstums- und Vermehrungsverhalten unseren Kulturpflanzen angepasst. Der Wechsel zwischen Sommerung und Winterung, zwischen Halm- und Blattfrüchten, zwischen frühen und späteren Kulturen und die Aufnahme von Hackfrüchten in die Fruchtfolge verhindern das übermäßige Auftreten einzelner Beikrautarten sehr wirkungsvoll. Vor allem im mehrjährigen Feldfutterbau mit Klee- oder Luzernegras kann man etwa durch die Wahl geeigneter Schnittzeitpunkte hervorragend Beikräuter unterdrücken.

Die Bodenbearbeitung hat eine zweifach beikrautregulierende Wirkung: Einerseits werden Beikräuter direkt erfasst und Beikrautsamen von der Oberfläche in tiefere Bodenschichten vergraben und damit von der Keimung abgehalten. Andererseits kann man mit Hilfe einer optimalen Bodenvorbereitung den Kulturpflanzen einen erheblichen Wachstumsvorsprung gegenüber den Beikräutern verschaffen.

Gut versorgte Kulturpflanzen können sich in der Regel gegen Beikrautkonkurrenz durchsetzen. Die Konkurrenzkraft einer Kulturpflanze hängt einerseits von ihrer Gestalt ab (Lichtentzug für die Beikräuter), andererseits von der Schnelligkeit ihrer Entwicklung im Vergleich zu den Beikräutern. Optimale und gleichmäßige Bestandsdichten verstärken den Beschattungseffekt. Die richtige Saatzeit und bestmöglich gestaltete Wachstumsbedingungen unterstützen den Entwicklungsvorsprung der Kulturpflanze.

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