Komposttypen und Reifegrade

Verschiedene Typen und Reifegrade

Komposte unterscheiden sich in ihren Ausgangsstoffen. Für den Ökolandbau sind Grünschnitt- und Bioabfall-Kompost von Bedeutung. Sie werden auch als Grüngut oder Biogut-Kompost bezeichnet und oft in verschiedenen Rottegraden angeboten.

Qualitätsmerkmale

Wichtige Merkmale zur Beurteilung von Kompost sind der Nährstoffgehalt, das Verhältnis der Nährstoffe zueinander, der pH-Wert, der Salzgehalt, der Wassergehalt, der Gehalt an humusbildendem Kohlenstoff sowie Fremdstoffe und Schwermetalle.

Komposttypen

Grünschnitt-Kompost

Grünschnitt-Kompost enthält ausschließlich Garten- und Parkabfälle sowie organische Stoffe aus dem Garten- und Landschaftsbau. Er darf weder Bioabfall als Ausgangsmaterial noch Anteile von Bioabfall-Kompost enthalten. Wegen des hohen Anteils holziger Ausgangsstoffe ist Grünschnitt-Kompost strukturreich. Grünschnitt-Kompost hat in der Regel einen eher geringeren Fremdstoffanteil – zum Beispiel Kunststoffteile oder Glas. Beim "Humus-C"-Wert gibt es nur geringe Unterschiede zwischen Bioabfall- und Grünschnitt-Kompost.

Bioabfall-Kompost

Bietet ein Kompostwerk Bioabfall-Kompost an, stammen die Ausgangsmaterialien überwiegend aus Biotonnen-Abfällen der Haushalte. Ein Bioabfall-Kompost darf als Ausgangsmaterial auch Grünschnitt enthalten. Bioabfall-Kompost hat einen rund 30 Prozent höheren Nährstoffgehalt als Grünschnitt-Kompost. In der Regel sind die Grundnährstoffe, die Mikronährstoffe und die basisch wirksamen Stoffe aus Bioabfall-Kompost für die Bodenlebewesen besser verfügbar als die aus Grünschnitt-Kompost. Deshalb regt Bioabfall-Kompost das Bodenleben schneller an als Grünschnitt-Kompost.

Der Salzgehalt im Bioabfall-Kompost ist mit durchschnittlich 5,5 Gramm pro Liter gut doppelt so hoch wie im Grünschnitt-Kompost. Als "Salz" wird die Summe aller chemischen Verbindungen aus der Gruppe der Salze bezeichnet, nicht ausschließlich Speisesalz. Bioabfall-Kompost enthält in der Regel Fremdstoffe.

Durchschnittliche Nährstoffgehalte von Grünschnitt- und Bioabfall-Kompost

 EinheitGrünschnitt-KompostBioabfall-Kompost
Organische Substanz% TM35,635,7
Stickstoff gesamt

% TM
kg/t FM

1,13
6,5
1,48
9
Im Anwendungsjahr anrechenbarer Stickstoff*kg/t FM0,391
Mittelfristig anrechenbarer Stickstoff**kg/t FM1,72,7
Phosphat gesamt (P2O5)% TM
kg/t FM
0,5
1,4
0,78
2,1
Kalium gesamt (K2O)% TM
kg/t FM
0,95
4,9
1,3
6,7
Magnesium gesamt (MgO)% TM
kg/t FM
0,67
2,4
0,75
2,7
Basisch wirksame Stoffe (zum Beispiel CaO)% TM
kg/t FM
3,55
22
4,95
30
Schwefel gesamt (S)% TM
kg/t FM
0,1 - 0,2
0,6 - 1,2
0,15 - 0,4
1 - 2,5
* Stickstoffwirkung: Anteil löslicher Stickstoff (NH4-N + NO3-N) zuzüglich fünf Prozent vom organisch gebundenen Stickstoff (N gesamt -N löslich)
** Anteil löslicher Stickstoff zuzüglich 25 Prozent vom organisch gebundenen Stickstoff
Quelle: Bundesgütegemeinschaft Kompost 2014

Reifegrade von Komposten

Komposte werden auch in ihrem Reifegrad oder Rottegrad unterschieden. Das ist ein Maß für den Abbau der organischen Substanz. Er wird über die Selbsterhitzungsfähigkeit bestimmt. Mikroorganismen erzeugen beim Zersetzen organischer Substanz Wärme. In der Anfangsphase der mikrobiellen Zersetzung werden Temperaturen von 60 bis 70 Grad Celsius erreicht. Diese Temperaturen hygienisieren den Kompost und sorgen zum Beispiel dafür, dass Keime abgetötet werden. Mit zunehmendem Rottegrad sinkt die Temperatur des Kompostes dann bis auf Außentemperatur.

Es werden fünf Rottegrade unterschieden. Die Bestimmung ist allerdings ungenau, da sich das organische Material kontinuierlich abbaut und die Abbaugeschwindigkeit von mehreren Faktoren wie Wassergehalt und Außentemperatur abhängig ist.

Frisch-Kompost

Frisch-Kompost hat die Rottegrade II bis III. Der Kompost ist hygienisiert, kann jedoch unangenehm riechen. Er enthält einen großen Anteil leicht zersetzbarer organischer Substanz, die das Bodenleben und die Mineralisierung im Boden fördert. Frisch-Komposte sind in der Regel preisgünstiger als Fertig-Komposte. Ein Grund, warum Öko-Betriebe dennoch selten Frisch-Kompost verwenden, ist die lange Zeitspanne zwischen Probennahme und Laborergebnis. In dieser Zeit schreitet die Rotte weiter fort. Es dauert etwa einen Monat, bis das Ergebnis der Probe im Kompostwerk vorliegt und darüber entscheidet, ob der Kompost im Ökolandbau eingesetzt werden kann oder nicht. Landwirtinnen und Landwirte, die Frisch-Kompost verwenden, müssen beachten, dass dadurch eine vorrübergehende leichte Stickstofffixierung im Boden verursacht werden kann.

Fertig-Kompost

Kompost benötigt bis zu zwölf Wochen Reifezeit. Dann hat er den Rottegrad IV bis V erreicht und gilt als Fertig-Kompost. Er ist stabil und enthält einen höheren Anteil schwer zersetzbarer organischer Substanz als Frisch-Kompost. Fertig-Kompost ist gut zum Aufbau von Humus geeignet.

Fertig-Kompost

  • Riecht frisch und erdig.
  • Fühlt sich krümelig an.
  • Sollte die Faustprobe bestehen: Dafür wird eine Handvoll Kompost zusammengedrückt. Dabei dürfen keine Wassertropfen austreten. Beim Öffnen der Hand sollte der Kompost nicht auseinanderfallen.
  • Er ist reif, wenn er höchstens 30 Grad Celsius hat.

Letzte Aktualisierung 08.01.2020

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