Kleegras verwerten

Kleegras: Auch im viehlosen Betrieb sinnvoll verwerten

Um in viehlosen Acker- und Gemüsebaubetrieben einen stabilen Nährstoffgehalt im Boden auch ohne tierischen Wirtschaftsdünger oder Zukaufdünger zu gewährleisten, sind Leguminosen ein entscheidender Baustein in der Fruchtfolge. Mit dem "Cut & Carry"-System oder einer Kleegras-Kompostierung kann der Anbau von Futterleguminosen auch für viehlose Betriebe wieder interessant werden.

Durch den Trend zur Spezialisierung und Intensivierung ist die Zahl der viehlosen Acker- und Gemüsebaubetriebe im ökologischen Landbau deutlich gestiegen. Um in diesen Betrieben einen stabilen Nährstoffgehalt im Boden auch ohne tierischen Wirtschaftsdünger oder Zukaufdünger zu gewährleisten, sind Leguminosen ein entscheidender Baustein in der Fruchtfolge.

Einen besonderen Stellenwert nimmt hier das Kleegras ein. Dieses Leguminosen-Gras-Gemenge ist die Kultur mit der höchsten symbiotischen Stickstofffixierungsleistung und Humusreproduktion. Zudem fördert es bei regelmäßigem Schnitt das Bodenleben, reduziert die Verunkrautung und steigert die Erträge in den Folgefrüchten.  

Diese Vorteile kommen jedoch nur dann voll zum Tragen, wenn der Aufwuchs als Futter geschnitten und abgefahren wird. Verbleibt der Aufwuchs regelmäßig als Mulchauflage auf dem Feld, reduziert sich die Stickstofffixierungsleistung – um 30 bis 50 Prozent, wie Untersuchungen der Technischen Universität München zeigen. Der Grund: Die Knöllchenbakterien der Leguminosen verringern ihre Arbeit, sobald größere Mengen an Stickstoff in der Umgebung verfügbar sind. Außerdem nehmen die Lachgasemissionen auf der Fläche zu.

Kleegras-Aufwuchs sinnvoll verwerten

Wer tierhaltende Betriebe in der näheren Umgebung hat, kann den eigenen Kleegras-Aufwuchs über Futter-Mist-Kooperationen sinnvoll verwerten: Für das bereitgestellte Futter erhalten die Betriebe dann als Ausgleich organischen Dünger in Form von Gülle oder Mist. Alternativ kann die Sprossmasse auch in einer Biogasanlage zur Energieproduktion genutzt werden, wobei die Gärreste einen wertvollen Dünger darstellen.

Wo dies nicht möglich ist – häufig in viehschwachen Regionen der Fall – bleibt als Alternative zum Mulchen nur noch die innerbetriebliche Nutzung. Neben der betriebseigenen Kompostierung bietet der direkte Transfer des frischen Aufwuchses von einem Geber- auf ein Nehmerfeld – Cut & Carry genannt – eine weitere Option, die Nutzung von Kleegras auch für viehlose Betriebe interessant zu gestalten. Auf diese Weise können auch viehlose Betriebe einen "sicheren" organischen Dünger produzieren – und das bei geringen innerbetrieblichen Transportwegen. Gleichzeitig wird die Stickstofffixierungsleistung der Kleegrasflächen gesteigert und Lachgasverluste werden reduziert.

Alles Wichtige über Cut & Carry sowie die Kompostierung von Kleegras erfahren Sie in den folgenden Artikeln:


Letzte Aktualisierung 03.02.2021

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