Bodenfruchtbarkeit

Bodenfruchtbarkeit

Die Bodenfruchtbarkeit ist im ├ľkolandbau von zentraler Bedeutung. Sie zu erhalten und zu steigern ist eine der wichtigsten Aufgaben. Eine gro├če Zahl unterschiedlichster Mikroorganismen setzt laufend die Abfallprodukte aus pflanzlicher und tierischer Erzeugung um und macht die darin enthaltenen N├Ąhrstoffe f├╝r Pflanzen verf├╝gbar.

Dreh- und Angelpunkt dieser Prozesse ist der Humus beziehungsweise die gesamte organische Substanz des Bodens. Deshalb spricht man in diesem Zusammenhang auch von Humuswirtschaft. Eine gute Humuswirtschaft zeichnet sich unter anderem aus durch eine vielseitige Fruchtfolge, einer ausreichenden Versorgung des Bodens mit organischem Material und eine sorgf├Ąltige, schonende Bodenbearbeitung zum optimalen Zeitpunkt.

Kontrolle der Bodenfruchtbarkeit: Spatenprobe

Die Bodenfruchtbarkeit kann mit der einfachen Spatenprobe nach G├Ârbing von jedem Landwirt mit wenig Aufwand selbst kontrolliert werden. ├ťber eine visuelle Pr├╝fung werden die wichtigsten Parameter der Bodenfruchtbarkeit wie Gare- und Strukturzustand, Verdichtungen, Durchwurzelung und Feuchteverteilung festgestellt.

Aufbau der Bodenfruchtbarkeit: Leguminosen in der Fruchtfolge

Ein gro├čer Teil des ben├Âtigten Stickstoffs wird ├╝ber den Anbau von Leguminosen in den Boden gebracht. Leguminosen k├Ânnen mit Hilfe von Kn├Âllchenbakterien in den Wurzeln Luftstickstoff binden und sich so einen Gro├čteil des ben├Âtigten Stickstoffs beschaffen.

Dar├╝ber hinaus hinterlassen die Pflanzen- und Wurzelreste zum Teil hohe Stickstoffmengen. Vor allem mehrj├Ąhrig angebaute Futterleguminosen-Gemenge erh├Âhen den Humusgehalt, lockern und beschatten den Boden und tragen zur Beikrautkontrolle bei.

In der Regel sollte der Anteil von Hauptfruchtleguminosen in der Fruchtfolge bei etwa 20 bis 30 Prozent liegen. Besonders geeignet sind Futterleguminosen im Gemenge mit Gr├Ąsern. Sie haben im Vergleich zu K├Ârnerleguminosen eine h├Âhere Ertragswirkung auf die Nachfrucht und wirken st├Ąrker unkrautunterdr├╝ckend.

Auch Zwischenfr├╝chte und Leguminosen-Untersaaten sollten in die Fruchtfolge integriert werden. Allerdings m├╝ssen dabei die empfohlenen Anbaupausen unbedingt beachtet werden. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass bei Leguminosen l├Ąngere Anbaupausen in der Regel zu weniger Fruchtfolgekrankheiten und damit zu besseren Ertr├Ągen f├╝hren.

Dar├╝ber hinaus gilt es beim Anbau zu ber├╝cksichtigen, dass einige Erreger verschiedene Leguminosenarten befallen, weshalb auch bei diesen Kulturen entsprechende Anbaupausen erforderlich sind. Beim Erbsenanbau zum Beispiel gilt deshalb auch eine Anbaupause f├╝r Wicken und Lupinen.

Leguminosen haben dar├╝ber hinaus eine wichtige phytosanit├Ąre und bodensanierende Wirkung, die im ├Âkologische Landbau unverzichtbar ist. Aber auch im Zwischenfruchtanbau, als Unter- oder Stoppelsaat, bieten Leguminosen Vorteile in der Fruchtfolge.

Grunds├Ątze der Fruchtfolgegestaltung

  • Fruchtbarkeitsmehrende Kulturen vor fruchtbarkeitszehrenden Kulturen
  • Leguminosenanteil m├Âglichst zwischen 20 und 30 Prozent
  • Mindestens ein Jahr Futterleguminosen oder Gr├╝nbrache
  • Wenn m├Âglich Leguminosen-Untersaaten oder Zwischenfr├╝chte, m├Âglichst als ganzj├Ąhriger Bewuchs (Wasserversorgung und Anbaupausen im Blick behalten!)
  • Nach M├Âglichkeit mindestens ein Hackfruchtglied zur Unkrautregulierung
  • Unkrautunterdr├╝ckende Best├Ąnde vor Kulturen mit langsamer Jugendentwicklung
  • Wechsel von Winterung und Sommerung
  • Wechsel von Halm- und Blattfr├╝chten, dabei (Selbst-)Unvertr├Ąglichkeiten beachten

Typische Fruchtfolgen im ├ľko-Landbau zum Erhalt beziehungsweise zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit

Milchviehbetrieb

  • Kleegras
  • Kleegras
  • Winterweizen (Wei├čkleeuntersaat)
  • Hafer oder K├Ârnerleguminosen (Gemenge, Zwischenfrucht)
  • Kartoffeln oder Futterr├╝ben
  • Winterroggen (Kleegrasuntersaat)

Schweinemastbetrieb

  • Kleegras als Gr├╝nbrache
  • Winterweizen (Wei├čkleeuntersaat)
  • Hafer-Erbsen-Gemenge
  • Wintergerste
  • Triticale

Letzte Aktualisierung 27.09.2019

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