Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau

Zukunftsstrategie ökologischer Landbau

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat am 15. Februar 2017 die "Zukunftsstrategie ökologischer Landbau" (ZöL) auf der BIOFACH in Nürnberg vorgestellt. Der Inhalt: Fünf Handlungsfelder und 24 Maßnahmenkonzepte, um der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft neue Wachstumsimpulse zu geben.

"20 Prozent Ökolandbau" – das ist das mittelfristige Ziel der Bundesregierung entsprechend der Nachhaltigkeitsstrategie. Denn: Der ökologische Landbau ist eine besonders ressourcenschonende und umweltverträgliche Wirtschaftsform, die nachhaltig ist.

Die Nachfrage nach Bioprodukten in Deutschland ist steigend. Der deutsche Biomarkt wuchs 2017 um 5,9 Prozent auf 10,04 Milliarden Euro. Sie kann aber nur teilweise durch deutsche Ökoprodukte befriedigt werden. So kamen 2016/17 schatzungsweise 26 Prozent des Biogetreides, 37 Prozent der Biotrinkmilch und 28 Prozent des Bioschweinefleisches aus dem Ausland. Hier ergeben sich Marktpotentiale insbesondere für kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland.

"Die Zukunftsstrategie definiert dafür die politischen Rahmenbedingungen. Sie eröffnet Handlungsoptionen für die heimische Landwirtschaft, die deren Teilhabe am Wachstumspotenzial des Biomarktes erheblich verbessern können. Und zwar sowohl deutschlandweit, als auch europaweit und weltweit", so Julia Klöckner.

Der 18-monatige partizipative Prozess 

Was kann von politischer Seite auf nationaler Ebene getan werden, um 20 Prozent ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland zu erreichen? Darum ging es in dem 18-monatigen partizipativen Strategieprozess, an dem rund 200 Vertreter der Ökobranche, der Bundesländer und der Wissenschaft beteiligt waren.

Zentrale Inhalte der Zukunftsstrategie 

Im Mittelpunkt der Zukunftsstrategie stehen fünf Handlungsfelder. Sie sind nationale Schlüsselbereiche für ein stärkeres Wachstum des Ökolandbaus. Zugleich adressieren sie wichtige Herausforderungen der Ökobranche:     

  • den Rechtsrahmen zukunftsfähig und kohärent gestalten,    
  • die Zugänge zur ökologischen Landwirtschaft erleichtern,    
  • das Nachfragepotenzial voll ausnutzen und weiter ausbauen,    
  • die Leistungsfähigkeit ökologischer Agrarsysteme verbessern sowie    
  • die Umweltleistungen angemessen honorieren. 

24 zugeordnete Maßnahmenkonzepte können der Öko-Branche zusätzliche Wachstumsimpulse entlang der gesamten Wertschöpfungskette geben. Dazu gehören:

  • Europäische Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau weiterzuentwickeln,    
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die sich für eine Umstellung auf ökologischen Landbau entscheiden, intensiv fachlich zu begleiten und zu beraten,    
  • Kantinen zu unterstützen, ihren Gästen zukünftig mehr Bioprodukte anzubieten,    
  • Rechtliche und finanzielle Förderinstrumente, Forschungsförderung, Technologie- und Wissenstransfer sowie konzeptionelle Aufgaben des Bundes.

Umsetzung und Finanzierung 

Zentrale Finanzierungsinstrumente, um die Zukunftsstrategie umzusetzen, sind weiterhin das "Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft" (BÖLN) sowie die Eiweißpflanzenstrategie (EPS). Seit dem Haushaltsjahr 2018 stehen für das BÖLN und damit auch für die Umsetzung der ZöL Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro zur Verfügung. Das BMEL setzt sich dafür ein, dass sowohl die Mittel für das BÖLN sowie für die EPS, die aktuell mit 6 Millionen Euro ausgestattet ist, auch in den kommenden Jahren auf dem derzeitigen Niveau fortgeführt werden. 

Die Roadmap zur ZöL beschreibt Zeitspannen und Verantwortlichkeiten für die Umsetzung. Einige Maßnahmen sind bereits im Gange. Andere bereiten das BMEL, seine nachgeordneten Behörden sowie Ressorteinrichtungen derzeit vor.

Hier finden Sie die Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau (barrierefrei).


Letzte Aktualisierung 07.02.2019

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