Schloss Gut Obbach

Begr√ľndung der Jury f√ľr die Vergabe des "Bundeswettbewerbs √Ėkologischer Landbau" 2020

Das Schloss Gut Obbach √ľberzeugte die Jury im Bereich "Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung" vor allem durch die Konsequenz und besondere Professionalit√§t, mit der das Betriebsleiterpaar den Aufbau regionaler Wertsch√∂pfungsketten aktiv gestaltet. Bei allen bisher aufgebauten Wertsch√∂pfungsketten sind Bernhard Schreyer und Petra Sandjohann aktiv auf die Lebensmittel verarbeitenden Handwerksbetriebe im Umland zugegangen, um neue, hofeigene Bio-Lebensmittel unter ihrem eigenen Logo zu entwickeln.

Neben dem Hofladen, der mit einer Kasse auf Vertrauensbasis gef√ľhrt wird, sind regionale Lebensmittel-Einzelh√§ndler, Naturkostl√§den, Gastronomie und Kinderg√§rten die wichtigsten Vermarktungswege. Ziel der Betriebsleitung ist es, durch Herstellung qualitativ hochwertiger Bio-Llebensmittel die Wertsch√∂pfung und damit auch Arbeitspl√§tze in der Region zu erhalten. Zudem sollen durch kurze Absatzwege CO2-Emmissionen reduziert werden.

Besonderen Wert legen die Gutsleiter darauf, transparent zu arbeiten und mit allen Partnern stets auf Augenh√∂he zu kooperieren. Seit 2007 ist das Gut Obbach Mitglied des bundesweiten Netzwerks der Demonstrationsbetriebe √Ėkologischer Landbau und seit 2017 im BioRegio Betriebsnetz Bayern aktiv. Es √∂ffnet bei F√ľhrungen und Seminaren seine Tore f√ľr Betriebskollegen und die breite √Ėffentlichkeit, um √ľber den √∂kologischen Landbau zu informieren.

Das Schloss Gut Obbach liegt bei Schweinfurt in Bayern. Der 272 Hektar große Ackerbaubetrieb ist im Besitz der Familie Schäfer. Das Gut wird seit 1998 vom Ehepaar Bernhard Schreyer und Petra Sandjohann verwaltet, die Umstellung auf ökologischen Anbau nach Naturland-Richtlinien erfolgte im gleichen Jahr.

Mit der Umstellung wurde das Gut in einen vielf√§ltigen Marktfruchtbetrieb umgewandelt. Neben Getreide und Kleegras sind heute verschiedene Leguminosen (Linsen und Erbsen) und Hackfr√ľchte (Sch√§l- und √Ėl-Sonnenblumen, Kartoffeln) wichtige Bestandteile der Fruchtfolge. Hinzu kommt eine drei Hektar gro√üe Obstanlage mit 80 Apfelsorten, Birnen Aprikosen und weiteren Obstarten, die f√ľr die Vermarktung im Hofladen wichtig sind.

Das Betriebsleiterehepaar legt gro√üen Wert darauf, die hofeigenen Erzeugnisse nicht anonym √ľber eine Erzeugergemeinschaft zu verkaufen, sondern aktiv nach Wegen zu suchen, die Lebensmittel im Betriebsumfeld zu vermarkten. Sie wird das hofeigene Getreide beispielsweise von einer kleinen regionalen M√ľhle gemahlen und vom B√§cker im Dorf unter dem Namen "Gutsbrot" verkauft. Durch die Idee, eigenes Bier zu produzieren, konnten eine alteingesessene M√§lzerei und eine lokale Brauerei davon √ľberzeugt werden, Naturland-Vertragspartner zu werden und das Bio-Zertifikat zu erwerben.

Die hofeigenen Streuobstwiesen werden nicht nur erhalten, sondern auch weiter ausgebaut. Um Ernteschwankungen auszugleichen, wird Obst befreundeter Bio-Höfe in die Produktion integriert. Ein Imker nutzt die Obstwiesen des Betriebs zusätzlich zur Gewinnung von Honig, der als Obbacher Schlosshonig im Hofladen verkauft wird.

Die Bewirtschafter des Gut Obbach beweisen, dass es auch gro√üen Bio-Betrieben gelingen kann, ihre Erzeugnisse ortsnah unter eigenem Logo zu vermarkten, wenn sie sich aktiv um Kooperationspartnerinnen und -partner in der Region bem√ľhen. Dabei ist das Konzept der √∂kologisch-regionalen Vermarktung nicht durch einen Kilometer-Radius rund um den Hof definiert, sondern durch den Kooperationspartner, der als n√§chstgelegener Verarbeiter fungieren kann.

Nach √úberzeugung der Jury sind Bernhard Schreyer und Petra Sandjohann mit dem Gut Obbach ein vorbildlicher und innovativer Bio-Betrieb. Sie haben mit der engen Verbindung von Urproduktion, Verarbeitung und Vermarktung ein schl√ľssiges Konzept entwickelt, das anderen Betrieben als Bespiel dienen kann.

Schloss Gut Obbach 
Bernhard Schreyer und Petra Sanjohann
Dr.-Georg-Schäfer Straße 5
97502 Euerbach-Obbach
Webseite: www.gut-obbach.de


Letzte Aktualisierung 10.01.2020

Kontakt Bundeswettbewerb

Bundesanstalt f√ľr Landwirtschaft und Ern√§hrung (BLE)

0228 / 6845 2917
Andreas Eckhardt

0228 / 6845 2926
Elmar Seck
 

boeln@ble.de

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