Hof Luna

Begr√ľndung der Jury f√ľr die Vergabe des "Bundeswettbewerbs √Ėkologischer Landbau" 2020

Der Hof Luna zeichnet sich im Bewerbungsbereich ‚ÄěGesamtbetriebliche Konzeption‚Äú durch die folgenden Punkte als besonders preisw√ľrdig aus:

  • Zucht und Erhalt vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen, insbesondere des roten Angler Rinds alter Zuchtrichtung mit Aufbau einer Erhaltungszuchtherde.
  • Ein langj√§hriges Engagement im Naturschutz durch extensive Bewirtschaftung von Kalkscherben√§ckern mit teils hochgradig bedrohten Ackerwildkr√§utern sowie Schaffung einer vielf√§ltigen Kulturlandschaft mit Hecken, Obstgeh√∂lzen und Feuchtbiotopen.
  • Integration des Betriebs in eine au√üerfamili√§re Gemeinschaft mit einem F√∂rderverein zur Entwicklung des Hofes sowie einer gemeinn√ľtzigen Gesellschaft mit zahlreichen Bildungsangeboten.

Der Hof Luna von Wilhelm Bertram umfasst rund 160 Hektar Acker- und Gr√ľnland in der h√ľgeligen Landschaft des Leineberglandes und wird seit 1987 nach Vorgaben des Demeter-Verbandes bewirtschaftet. Kernanliegen des Betriebsleiters ist es, die Aspekte Tierhaltung, Milchproduktion, Landschaftsgestaltung und Naturschutz zusammen zu denken und integrativ umzusetzen.

Im Mittelpunkt stehend dabei die roten Angler Rinder alter Zuchtrichtung, die zu den akut gef√§hrdeten Nutztierrassen z√§hlen. Wilhelm Bertram setzt in seiner Zucht auf Lebensleistung, gute Gesundheit, Milchqualit√§t und gute Grundfutterverwertung. Einmal im Jahr treffen sich Z√ľchter auf Hof Luna und entwickeln gemeinsame Zuchtziele f√ľr die Angler Rinder alter Zuchtrichtung, deren Anteil reinrassiger Tiere auf etwa 325 K√ľhe zur√ľckgegangen ist.

Die Herde erh√§lt ausschlie√ülich Gr√ľnfutter, Grassilage und Heu und liefert knapp 5.000 Kilogramm Milch pro Kuh und Jahr. Auch das Fleisch der Tiere wird vermarktet. Ein wichtiger Meilenstein f√ľr die Entwicklung des Betriebs war der Neubau des artgerechten Kuhstalles von 2012 bis 2014. Der Stall ist f√ľr 70 K√ľhe, mehrere Zuchtbullen und Jungtiere konzipiert, um eine Erhaltungszuchtherde des Angler Rinds aufzubauen.

In den letzten 30 Jahren hat Hof Luna zahlreiche Obstbaumpflanzungen und Feuchtbiotope angelegt und eine Vielzahl an Heckengeh√∂lzen mit circa 60 Arten auf √ľber vier Kilometer L√§nge gepflanzt. Die Heckengeh√∂lze werden von den K√ľhen als zus√§tzliches Futter genutzt, was sich positiv auf die Tiergesundheit auswirkt.

Im Sinne der FFH-Richtlinie verbinden die angelegten Heckenlinien die umliegenden W√§lder miteinander, so dass sich wandernde Wildtierarten ungest√∂rt bewegen k√∂nnen. Auch f√ľr viele Insekten und V√∂gel bieten die Hecken wertvolle Lebensr√§ume. So wurden bisher 55 Vogelarten auf Hof Luna gesichtet, darunter elf Arten der Roten Liste.

Jedes Jahr im Sp√§therbst werden die Hecken beschnitten und die Hackschnitzel mit der G√ľlle der Tiere auf den Weiden und Futter√§ckern ausgebracht, um den Humusaufbau und damit die Fruchtbarkeit der B√∂den zu erh√∂hen. Auf den besonders mageren Kalkscherben√§ckern der benachbarten Wernersh√∂he wird die Bewirtschaftung in Abstimmung mit dem Land Niedersachsen und einer regionalen Naturschutzstiftung auf teils sehr seltene Ackerwildkr√§uter ausgerichtet. Wilhelm Bertram schafft hier seit vielen Jahren ideale Bedingungen f√ľr bedrohte Ackerwildkr√§uter, aber auch f√ľr Bodenbr√ľter wie Feldlerche und Wachtel.

Mit dem 1988 gegr√ľndeten Verein "Landleben e.V." sowie der gemeinn√ľtzigen GmbH MidaSolena bem√ľht sich Wilhelm Bertram dar√ľber hinaus um eine au√üerfamili√§re Sozialstruktur, die den Betrieb langfristig f√∂rdert und erh√§lt. So werden landwirtschaftliche Fl√§chen durch Vereinsmitglieder vorfinanziert, Privatkredite vergeben und ehrenamtliches Engagement im Betrieb integriert.

Zudem organisiert der Hof regelmäßig Veranstaltungen und Workshops zum Thema "Lernort naturgemäße Landwirtschaft" sowie zur gesunden Ernährung und Permakultur.

Nach √úberzeugung der Jury ist Wilhelm Bertram mit Hof Luna eine vorbildliche Integration von Tierhaltung, Landschaftsgestaltung und Naturschutz in die Betriebsabl√§ufe gelungen. Mit seinem Engagement im Ackerwildkr√§uterschutz und der Schaffung einer Sozialstruktur f√ľr eine langfristige Perspektive des Betriebs hat Wilhelm Bertram wertvolle Pionierleistungen in einem schwierigen Umfeld erfolgreich bew√§ltigt. Aus Sicht der Jury sind dies entscheidende Gr√ľnde f√ľr eine Nominierung als Preistr√§ger im Bundeswettbewerb √Ėkologischer Landbau.

Hof Luna, Wilhelm Betram 
Im Siek 10
31084 Freden, OT Everode
Webseite: www.hof-luna.de


Letzte Aktualisierung 10.01.2020

Kontakt Bundeswettbewerb

Bundesanstalt f√ľr Landwirtschaft und Ern√§hrung (BLE)

0228 / 6845 2917
Andreas Eckhardt

0228 / 6845 2926
Elmar Seck
 

boeln@ble.de

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Bundeswettbewerb √Ėkologischer Landbau 2021

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