Bioland-Hof Strotdrees

Bioland-Hof Strotdrees

Laudatio anlässlich der Preisverleihung

Laudatorin: Kornelie Blumenschein 
(Es gilt das gesprochene Wort.)

Im Witten Sand im nordrhein-westf√§lischen Harsewinkel liegt der Betrieb der Familie Strotdrees. Das  Betriebsleiterehepaar Stephanie und Ludger Strotdrees hat 1990 den elterlichen Betrieb mit dem Ziel √ľbernommen, an einem schwierigen Standort mit sehr leichten Ackerb√∂den und mit den knappen finanziellen Ressourcen des damaligen Zuerwerbsbetrieb der Eltern einen wirtschaftlich stabilen und zukunftsf√§higen √Ėko-Haupterwerbsbetrieb aufzubauen. F√ľr Stephanie und Ludger Strotdrees gehen damit der Traum vom eigenen √Ėkobetrieb in traditioneller Landwirtschaftsstruktur und die Bewirtschaftung des Betriebes im Einklang mit der ganzen Familie in Erf√ľllung. 

Von Anfang an ist der Betrieb aktives Mitglied im Biolandverband und wird in enger Anlehnung an die sieben Prinzipien des organisch-biologischen Landbaus (IFOAM 1980) bewirtschaftet, das heißt

  • in Kreisl√§ufen wirtschaften,
  • die Bodenfruchtbarkeit erhalten,
  • artgerechte Haltung und verantwortungsbewusster Umgang mit den Tieren,
  • hochwertige Lebensmittel erzeugen und regional direkt vermarkten,
  • nachhaltiges Wirtschaften mit Ressourcen,
  • biologische Vielfalt f√∂rdern,
  • allen beteiligten Menschen ein lebenswertes Umfeld erhalten,
  • und f√ľr ein ausreichendes wirtschaftliches Auskommen sorgen.  

Der offene lebendige Hof mit seiner ganzen Vielfalt l√§dt Besucherinnen und Besucher ein, diese Prinzipien sp√ľrbar mitzuerleben und wichtige Zusammenh√§nge zu verstehen.  

Durch das konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Betriebskonzept werden vielf√§ltige positive Umweltwirkungen erzielt, zum Beispiel durch weite Fruchtfolgen, durch ein sensibles Humusmanagement auf den schwachen B√∂den, durch Heckenpflanzungen oder das Anlegen von breiten Wiesen-Kr√§uterk√§mmen zum Schutz f√ľr Insekten und Kleintiere. Die H√ľhnermobile werden bis zu 50mal im Jahr umgesetzt und hinterlassen eine voll regenerierf√§hige Grasnarbe. Alle Stalld√§cher sind mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet und decken rund 40 Prozent des gesamten Strombedarfs f√ľr die Menschen, den Laden und den Hof ab. Eine eigene Heutrocknungsanlage ist 2017 in den Bau gegangen.  

Eine vielf√§ltige artgerechte Tierhaltung mit behornten Milchk√ľhen, Ammenk√ľhen, K√§lbern in Gruppen mit Weidegang, H√ľhnern in H√ľhnermobilst√§llen und Schweinen auf Stroh geh√∂rt zum besonderen Anliegen des Betriebes. Das Futter wird zu 100 Prozent im eigenen Betrieb oder in der nahen Region erzeugt. 

Die Direktvermarktung ist nicht nur ein wichtiges wirtschaftliches Standbein, sondern ein wesentlicher Teil des Grundkonzeptes und st√§rkt die Eigenst√§ndigkeit und den Gestaltungsspielraum des Betriebes. Bereits vor 20 Jahren wurde eine Frischfleischvermarktung auf dem Hof mit eigener Fleischtheke aufgebaut. Heute werden an der gut gef√ľllten Fleischtheke im Hofladen ausschlie√ülich hofeigene Fleisch- und Wurstprodukte verkauft. Die auf dem Hof gehaltenen Nutztiere werden zu 100 Prozent selbst vermarktet. Die Schlachtung der Tiere erfolgt in Zusammenarbeit mit einem Metzger aus der Nachbarschaft. Im Hofladen selbst werden zahlreiche eigene Produkte sowie Produkte von √Ėkobetrieben aus der Region professionell angeboten und verkauft.  

Durch eine hohe Diversifizierung konnten auf dem Hof vier feste Arbeitspl√§tze und zwei Ausbildungspl√§tze geschaffen werden. Dabei sind die ganze Familie und die Menschen auf dem Hof in fachliche und strategische √úberlegungen zur Weiterentwicklung des Betriebes eng mit eingebunden.  Die Betriebsleiter arbeiten mit Offenheit und hoher fachlicher Kompetenz mit verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen, Institutionen und den √∂ffentlichen Medien eng zusammen und geben das erworbene Wissen auch gern an Partner und Kolleginnen und Kollegen weiter.  

Nach √úberzeugung der Jury zeigen Stephanie und Ludger Strotdrees, zusammen mit ihrer ganzen Familie und Kolleginnen und Kollegen, besonders deutlich, dass Pioniergeist, verbunden mit pers√∂nlichem Engagement, Mut, Offenheit und dem Willen alte Traditionen zu bewahren, weiterzuentwickeln und nachhaltig zu gestalten, eine sichere Grundlage f√ľr einen wirtschaftlich gesunden und zukunftsf√§higen Landwirtschaftsbetrieb sind. Die √∂kologische Landwirtschaft bietet daf√ľr ein weites Feld.  

Das in sich runde und auf Zukunftsf√§higkeit ausgelegte Betriebskonzept, das vorbildliche Regionalkonzept, aktive Umweltleistungen, der gro√üe Pioniergeist und das lebendige langj√§hrige ehrenamtliche Engagement f√ľr die √∂kologische Landwirtschaft der Familie Strotdrees waren f√ľr die Jury die entscheidenden Gr√ľnde f√ľr eine Nominierung als Preistr√§ger im Bundeswettbewerb √Ėkologischer Landbau. 


Letzte Aktualisierung 25.01.2018

Kontakt Bundeswettbewerb

Bundesanstalt f√ľr Landwirtschaft und Ern√§hrung (BLE)

0228 / 6845 2917
Andreas Eckhardt

0228 / 6845 2926
Elmar Seck
 

boeln@ble.de

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Karte Demobetriebe

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Bundeswettbewerb √Ėkologischer Landbau 2021

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