Betriebsporträt: Hof Kaemena

Hof Kaemena in Verbindung mit Blocklander Eisdiele "Snuten lekker", Bremen

Bio-Eis aus dem Blockland

Am Anfang stand die Unzufriedenheit des konventionell wirtschaftenden Bauers Bernhard Kaemena, mit dem was um ihn und mit ihm geschah. Ein Angebot des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an Bauern, die auf Ökolandbau umstellen wollen, kam 2001 gerade Recht, und Bernhard Kaemena war einer der Ersten, der sich für das Seminar anmeldete.

2003, als Bernhard Kaemena mit der Umstellung auf Ökolandbau begann, erklärte sein Sohn Harje den Hof übernehmen zu wollen. Doch statt einen Generationenstreit über die Weiterentwicklung des eigenen Betriebs auszutragen, erarbeitete Familie Kaemena für den Hof im Blockland an der östlichen Stadtgrenze Bremens gemeinsam ein tragfähiges Konzept, das den inzwischen vier Generationen, die heute auf dem Hof leben, ein ausreichendes Einkommen sichert.



Denn obwohl sich die Leistung der 62-köpfigen Milchviehherde mit 8.500 Kilogramm Biomilch pro Kuh und Jahr sehen lassen konnte, hätten die Einnahmen langfristig nicht für alle gereicht. Nach vielen Gesprächen, Kalkulationen und verworfenen Ideen, entwickelte man einen weitreichenden Plan, der die ganze Familie einbindet. Er lautete im Kern: Wir produzieren unser eigenes Bio-Speiseeis.

Das krempelte den Betrieb grundlegend um und sorgt bis heute dafür, dass auf dem Bioland Hof Kaemena fast immer "Tag der offenen Tür" ist. Mit der Einrichtung eines Hofcafés wurde der Betrieb zu einem beliebten Ziel für Radfahrer, Spaziergänger und Ausflügler, von denen viele auch das selbstgemachte Blocklandeis probieren wollten.

Heute stellt der Betrieb etwa 30.000 Kilogramm Bio-Eis aus der betriebseigenen Milch her, von denen knapp 70 Prozent über die Verkaufstresen des Hofcafés gehen. Der Rest wird über Wiederverkäufer und einen großen Naturkostgroßhändler regional vermarktet. Der große Erfolg der mittlerweile 38 Eissorten beruht natürlich auf dem hervorragenden Geschmack, aber auch auf der hohen Qualität der Produkte. Fruchtzubereitungen oder gar Konzentrate werden bei der Herstellung grundsätzlich nicht verwendet. Stattdessen setzt man auf saisonale Eissorten, für die verarbeitet wird, was gerade Saison hat. Entsprechend bunt ist das Sortiment, das von Rhabarber und Holunderblüten im Frühjahr bis zu Bratapfel-Zimtvariationen im Winter reicht.

Guten Zulauf haben auch die regelmäßigen Hoffeste und die Führungen für Schulklassen und Kitas, bei denen Kindern und Jugendlichen die Zusammenhänge der ökologischen Milcherzeugung erklärt werden. Dabei lernen sie auch unter anderem den neu gebauten Kuhstall kennen, den Betriebsleiter Bernhard Kaemena vor allem unter Tierwohlaspekten selbst mitentwickelt hat. Eine Besonderheit des Stalls sind zum Beispiel die zahlreichen Kunststoffabtrennungen zwischen den Boxen und am Fressgitter. Kaemena entschied sich hier bewusst nicht für starres Metall, um ein "warmes", flexibles Material zu haben, das den Tieren bei Rangeleien ein Zurückweichen ermöglicht. Auch die flache Cucettenbauweise des Stalls, die den Tieren viel Licht, Frischluft und sogar etwas offenen Himmel bietet, hat der Biolandwirt gewählt, weil sich das niedrige Gebäude optimal in die flache, fast baumlose Landschaft des Blocklands einfügt.

Die erfolgreiche Umstellung des Betriebs auf Biomilcherzeugung hatte zudem große Strahlkraft auf die Region. Sechs weitere Betriebe aus der Nachbarschaft folgten in den letzten Jahren dem Beispiel Kaemenas und stellten um. Insgesamt werden damit 600 Hektar Wiesen und Weiden in der einzigartigen Kulturlandschaft des Blocklands ökologisch bewirtschaftet.

Letzte Aktualisierung 15.01.2016

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