Ausbildung

Ausbildung im Ökohandel

Wie viele verschiedene Ausbildungsberufe hat Ihr Unternehmen zu bieten? Im Handel verankerte Ausbildungsberufe sind relativ überschaubar: (Fach-)Verkauf, Handelsfachwirtschaft oder –assistenz, Betriebswirtschaft oder eine kaufmännische Ausbildung in Groß-, Außen- oder Einzelhandel decken das Spektrum der meisten Unternehmen weitestgehend ab. Sich in einer Branche zu bewerben, die trotz der Vorkommnisse an internationalen Märkten noch immer stetig wächst, erscheint für viele junge Menschen lukrativ. Ausbildungsplätze in diesen Berufen anzubieten, bedeutet hingegen eine große Verantwortung – und ebenso eine große Chance für das Unternehmen.

Gerade die Handelsunternehmen der Biobranche haben immenses Potenzial, ein zukunftsfähiges Berufsbild zu vermitteln. Der Begriff Nachhaltigkeit – so inflationär und unpräzise er oft gebraucht wird - spielt dabei eine entscheidende Rolle: Die gleichmäßige Gewichtung ökologischer, ökonomischer sowie sozialer Komponenten sollte dabei im Mittelpunkt stehen. Was könnte dafür geeigneter sein, als der Handel mit ökologischen Waren, die in vielen Gebieten auf eine Vorreiterrolle für faires Wirtschaften entlang der Wertschöpfungskette verweisen können? Nicht von ungefähr wird dieses Ideal in der Biobranche oft erreicht. Die Ökobranche kann sich nicht nur aus diesem Grund als einen zukunftsfähigen Wirtschaftszweig bezeichnen. Als Einstiegskriterium für Schulabgänger ist neben der Frage nach der Zukunftsfähigkeit auch die nach der eigenen Integrität bedeutsam. Auch dafür liefert der Handel mit ökologischen Waren genug Argumente. So werden viele ökologische Handelsbetriebe von Jahr zu Jahr mit der gesellschaftlichen und unternehmerischen Verantwortung konfrontiert, jungen Menschen Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.

Die Betriebsstruktur ist ausschlaggebend

Dabei ist die Personalstruktur eines jeden Unternehmens ein wichtiges Kriterium: Bilde ich als Unternehmen selbst aus beziehungsweise qualifiziere ich durch die Kompetenzen meines Betriebes oder verlasse ich mich auf die Vorarbeit anderer und setze auf bereits erfahrenes Personal? Habe ich Kapazitäten, um auszubilden und was genau ist zu beachten? Mit welchen Vor- und Nachteilen habe ich zu rechnen? Viele dieser Fragen lassen sich nur durch eine genaue Analyse der Unternehmenssituation beantworten. Doch wer sich auf die Aufgabe Ausbildung einlässt, kann vielfältig Informationen und Unterstützung erfahren.

Generell ist zur Ausbildung berechtigt, wer eine Abschlussprüfung in einer dem Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung bestanden hat, berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse besitzt und dessen Unternehmen nach Art und Einrichtung für die Ausbildung geeignet ist. Als Ausbilder können auch eine Mitarbeiterinnnen oder ein Mitarbeiter benannt werden, die die Voraussetzungen erfüllen. Ob ein Betrieb die hierfür geltenden Kriterien erfüllt, wird von der zuständigen Kammer überprüft.

Entscheidet ein Unternehmen, Fachkräfte in Zukunft selbst auszubilden, ist im Betrieb zunächst eine genaue Erhebung des Fachkräftebedarfs durchzuführen, bei der die zu ersetzenden und neu zu erwartenden Stellen zu analysieren sind. Dabei können das Ausscheiden beziehungsweise Ersetzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die geplante Umstrukturierung oder auch eine Umsatzsteigerung Ursache sein.

Es gibt viel zu beachten – und viel zu gewinnen!

Die Inhalte der Ausbildungsgänge in der Bundesrepublik Deutschland werden nach den Grundsätzen des dualen Systems an zwei Lernorten vermittelt: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Ausbildungsordnung für anerkannte Ausbildungsberufe enthält neben dem Rahmenlehrplan für den Berufsschulunterricht auch Strukturen, die die betriebliche Ausbildung betreffen. Die allgemeinen Angaben über den Beruf, das genaue Berufsbild sowie der sachlich und zeitlich gegliederte Ausbildungsrahmenplan sind aber dennoch so gehalten, dass eine Anpassung an die individuellen Gegebenheiten der Unternehmen realisierbar ist. Informationen über die verfügbaren Ausbildungsberufe bieten vor allem die Bundesagentur für Arbeit und die zuständigen Kammern.

Um für alle einen guten Ausbildungsstart zu ermöglichen, ist es wichtig, den Arbeitsplatz des Auszubildenden ausreichend vorzubereiten und seine Einführung in den Betrieb zu planen. Neben den lokalen Medien oder der Agentur für Arbeit sind zur Ausschreibung des Ausbildungsplatzes auch einschlägige Medien wie das Internetportal greenjobs.de denkbar. Auch bei der Auswahl der Auszubildenden gilt es, einen unvoreingenommenen Blick zu bewahren. Die Ausbildung von Menschen mit Behinderung ist auch eine Möglichkeit, die jedes Unternehmen für sich prüfen sollte. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Ausbildung im Betrieb finanziell gefördert werden, bei der Entscheidung für einen Jugendlichen mit Behinderung ist dies der Regelfall. Im Endspurt vor Ausbildungsbeginn sollte noch ausreichend Zeit für die notwendigen Anmeldungen, wie die bei der zuständigen Kammer, Krankenkasse und Berufsschule, vorhanden sein; diese müssen getätigt und geprüft werden.

Umfangreiche Information und weiterführende Links zu diesem Thema bietet unter anderem das "Ausbildernetz", welches sowohl Neueinsteiger als auch bereits Erfahrene unter den ausbildenden Unternehmen anspricht.


Weblinks

Letzte Aktualisierung 16.10.2018

BÖLW – Branchenreport 2020

Grafik: Weltkugel

Zahlen und Fakten zur Bio-Branche in Deutschland.

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Meldungen zum Bio-Markt

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) bietet zahlreiche Bilanzen, Studien und Charts rund um den Bio-Markt an.

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