Fast 10 Prozent mehr Bio-Umsatz 2019

Fast 10 Prozent mehr Bio-Umsatz 2019

Die Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland gaben 2019 knapp zehn Prozent mehr Geld für Bio-Lebensmittel und -Getränke aus – insgesamt 11,97 Milliarden Euro. Alle Einkaufsstätten legten beim Umsatz kräftig zu: Am stärksten profitierte der Lebensmitteleinzelhandel mit einem Wachstum von 11,4 Prozent. Dabei legten die Vollsortimenter noch stärker zu als die Discounter. Sie weiteten ihre Sortimente aus und listeten verstärkt höherwertige Produkte. Bei beiden Einkaufsstätten wuchsen die Ausgaben der Konsumentinnen und Konsumenten etwas stärker als die Verkaufsmengen. Der Umsatz der Drogeriemärkte wuchs unterdurchschnittlich.

Beim Naturkosthandel und den sonstigen Einkaufsstätten, zu denen die Direktvermarkter und die Handwerksbetriebe zählen, sind die Verkaufsmengen teils deutlich stärker gestiegen als die Ausgaben. Als Folge der größeren Konkurrenz mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) haben diese Einkaufsstätten die Preise leicht zurückgenommen.

Der LEH hat damit einen Anteil von 60 Prozent am gesamten Bio-Markt erreicht, der Naturkosthandel lag bei 27 und die sonstigen Einkaufsstätten bei 14 Prozent. Damit setzt sich die Entwicklung der Vorjahre fort, laut dem Arbeitskreis Biomarkt auf Basis von Daten der Marktforschungsinstitute GfK, Nielsen, bioVista, BNN und Klaus Braun Kommunikationsberatung. Zu dem Arbeitskreis, koordiniert von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), zählen: bioVista, BNN, BÖLW, GfK SE, Nielsen, Klaus Braun Kommunikationsberatung, Prof. Dr. Ulrich Hamm (Universität Kassel), und Prof. Dr. Paul Michels (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf).

Fast alle Produktgruppen haben zugelegt

Alle Produktgruppen legten 2019 deutlich zu: Nach dem Dürrejahr 2018 ernteten und verkauften die europäischen Bio-Bäuerinnen und -Bauern 2019 wieder deutlich mehr Obst und Gemüse, was die Umsätze mit Bio-Äpfeln, -Möhren und Co. ankurbelte. So konnte auch der LEH seine Obst- und Gemüsesortimente vergrößern. Die Bio-Kartoffelernte ist 2018 weniger abgestürzt als die konventionelle, sodass der Preisunterschied zwischen bio und konventioneller Ware geringer ausfiel und den Verkauf der Bio-Kartoffeln ankurbelte.

Bio-Milch- und -Molkereiprodukte, von denen schon 2018 deutlich mehr in den Kühltheken landeten, kauften die Kundinnen und Kunden 2019 noch häufiger. Bio-Käse und -Trinkmilch, die wichtigsten Umsatzbringer am Bio-Molkereiproduktemarkt, legten um je 15 Prozent zu. Insgesamt erreichten die Bio-Händler mit der „Weißen Linie“ ein Umsatzplus von 11 Prozent. Gleichzeitig griffen die Kundinnen und Kunden auch verstärkt zu Milch- und Fleischalternativen in Öko-Qualität. So stiegen die Umsätze mit Bio-Fleischersatzprodukten um 19 Prozent, der konventionelle Fleischersatz stieg insbesondere mit der Einführung des Burgers aus Erbsenprotein um 27 Prozent. Bei den Bio-Milchalternativen sind die Umsätze um 33 Prozent gestiegen, die Verkaufsmengen sogar um 39 Prozent.

Das Trockensortiment, was unter anderem Bio-Mehl, -Öl und -Müsli oder auch -Aufstriche und -Konserven umfasst, wurde insbesondere von den Vollsortimentern weiter vergrößert. Besonders erfolgreich, wenn auch auf kleinem Niveau, waren Bio-Gesundheits- und -Fitnessprodukte, Öko-Speiseeis und -Feinkost.

Bio-Anteile bei einzelnen Produkten hoch

Den höchsten Umsatzanteil am gesamten Lebensmittelmarkt erreichte Babynahrung mit mehr als 40 Prozent, Bio-Konsummilch und -Mehl mit je 26 Prozent und Bio-Eier mit 23 Prozent. Einzelne Obst- und Gemüsearten kommen ebenfalls auf hohe Bio-Anteile am Gesamtumsatz: Zitronen mit 33 Prozent, Möhren mit 31 Prozent, Zucchini mit 29 Prozent oder Bananen mit 23 Prozent.


Letzte Aktualisierung 19.02.2020

BÖLW – Branchenreport 2020

Grafik: Weltkugel

Zahlen und Fakten zur Bio-Branche in Deutschland.

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Meldungen zum Bio-Markt

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) bietet zahlreiche Bilanzen, Studien und Charts rund um den Bio-Markt an.

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