Biobananen

Handel mit Biobananen

15 Prozent der in Deutschland verkauften Bananen waren 2017 Biobananen. So hohe Anteile werden beim Obst nur noch von Zitronen übertroffen, von denen 25 Prozent das Bio-Siegel tragen. 87 Prozent der Biobananen wiederum gelangen über den Lebensmitteleinzelhandel in die Haushalte. Allein die Hälfte der Biobananen wird in den Discountern gekauft. Bananen sind demnach ein schon lange eingeführtes Bioprodukt im Lebensmitteleinzelhandel – und wie bei anderen Produkten auch, versuchen sich die Handelsketten bei Bananen mit Bio-Plus-Merkmalen abzusetzen.

So sind inzwischen rund 70 Prozent der Biobananen auch Fair-Trade zertifiziert. Bananen sind nach Kaffee zweitstärkster Umsatzträger der fairgehandelten Produkte in Deutschland. Aber anders als beim Kaffee gibt es bei Bananen in Deutschland nur sehr wenige konventionelle Fair-Trade Varianten, hier haben sich die Handelsketten fast ausschließlich auf Biobananen konzentriert. 

Dominikanische Republik und Ecuador sind wichtigste Produzenten

In welchen Mengen Ware aus den einzelnen Anbaugebieten kommt, wird jedes Jahr auch vom Wetter bestimmt. Das Risiko von Ausfällen auf den Bananenfeldern wegen Orkanen oder Starkregen ist hoch. Erst im Sommer 2017 wurde die Dominikanische Republik von Hurrikan "Maria" getroffen. In Peru kam es im vergangenen Jahr durch die Auswirkungen des Wetterphänomens "El nino" in einigen Regionen zu heftigen Überschwemmungen, die zu immensen Schäden in der Infrastruktur führten. Noch immer sind viele Straßen bei Regen nicht mehr passierbar. Ähnliches gilt derzeit auch in Ecuador. Schiffsverspätungen sind besonders aufgrund der momentan ungünstigen regnerischen Witterung an der Tagesordnung.

Wichtigstes Lieferland für Deutschland ist mit Abstand die Dominikanische Republik, gefolgt von Ecuador, Peru und Costa Rica. In Peru werden fast ausschließlich Biobananen produziert, in der Dominikanischen Republik dürfte der Bioanteil an der Produktion um 80 Prozent liegen. Im großen konventionellen Anbauland Costa Rica, liegt der Bioanteil bei nur 20 Prozent. So dominieren am konventionellen Markt die Herkünfte Ecuador, Kolumbien und Costa Rica das Geschehen.

Häufig feste Beziehungen zu Produzenten

Viele Unternehmen in Deutschland betreiben eigene Plantagen in den Produktionsländern. Vorteil ist die enge Zusammenarbeit mit den Produzentinnen und Produzenten und eine bessere Kontrolle auf Einhaltung der Bio- und Unternehmensrichtlinien vor Ort. Der Bananenhandel läuft daher auch häufig im Rahmen fester Vereinbarungen. Lieferpreise und -mengen werden langfristig abgesprochen, wobei Jahreskontrakte zwischen Importeuren und Abnehmern keine Seltenheit sind. Innerhalb des Jahres ändern sich die abgesprochenen Mengen dann nur bei Versorgungsengpässen. Die Bananen werden im Herkunftsland grün geerntet und sind dann in Kühlschiffen zwei bis drei Wochen (je nach Herkunftsland) nach Europa unterwegs. Sie kommen in Antwerpen, Rotterdam oder Hamburg an, werden dann meist per LKW auf die dezentral in Deutschland verteilten Bananenreifereien verteilt. Dort reifen sie fünf bis sieben Tage mit Hilfe von Ethylen. Langsameres Reifen ist teurer, aber besser für die Qualität. Mit unterschiedlicher Reifedauer und späterem beziehungsweise früherem Reifestart lassen sich auch Engpässe und Überhänge steuern. Einige Fruchthändler und Importeure in Deutschland betreiben eigene Bananenreifereien. Andere nutzen die Reifereien als Dienstleistung.

Handel mit anderen Bananen

Für den Naturkosthandel ist es schwierig, sich mit dem Basisprodukt Bananen von anderen Einkaufsstätten abzusetzen. Einige tun es dennoch erfolgreich: Beispielsweise bieten einige Händlerinnen und Händler europäische Biobananen von den Kanarischen Inseln an. Eine Abgrenzung über die Sorte wie es bei hiesigen Äpfeln oder Birnen möglich ist, bietet sich bei Bananen kaum an. Hauptsorte für den Export im konventionellen wie auch im Biobereich ist die Cavendish-Banane. Andere Sorten besetzen auf den meisten Exportmärkten nur Nischen. So haben weder Kochbananen noch Mini- oder rotschalige Sorten eine vergleichbare Fangemeinde. Vielmehr sind es Projekte im sozio-ökonomischen Umfeld des Bananenanbaus, die die Konsumentinnen und Konsument über seine Kaufentscheidung unterstützen kann.


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