Bio-Verbraucherpreise 2019

Bio-Verbraucherpreise blieben 2019 auf stabilem Niveau

Die Preise von frischen Bio-Lebensmitteln blieben 2019 weitestgehend unverändert – Auch wenn in bestimmten Warengruppen Preisausschläge nach unten beziehungsweise oben zu beobachten waren. Der Trend von 2018, dass die Preise für frische Bio-Lebensmittel insgesamt stiegen, setzte sich 2019 also nicht fort. Bei konventionellen frischen Lebensmitteln zogen die Preise 2019 leicht um 0,4 Prozent an.

Insbesondere Bio-Rindfleisch und Bio-Geflügel wurden 2019 günstiger. Bei Speiseöl wurden verstärkt günstigere Öle gelistet, wodurch der durchschnittliche Preis sank. Dank der großen Ernten bei Obst und Gemüse in Deutschland und Südeuropa konnten viele Produkte günstiger angeboten werden. Besonders die große Bio-Apfelernte wirkte sich positiv auf die Preisentwicklung aus. Und auch Bio-Brot und -Kleingebäck aus ökologischer Erzeugung waren 2019 zu geringeren Preisen erhältlich als in den Vorjahren.

Der Verbraucherpreisindex der AMI misst die durchschnittliche Preisentwicklung für ausgewählte frische Nahrungsmittel in Deutschland. Der Index wird auf Grundlage des GfK-Haushaltspanels erstellt. Die GfK-Haushalte dienen dabei als Preismelder.

Bio-Kartoffeln 2019 deutlich teurer

Für Bio-Kundinnen und Bio-Kunden waren 2019 Kartoffeln hochpreisiger als im Jahr zuvor. Auch Kartoffeln aus konventioneller Erzeugung waren noch bis in den August 2019 hinein deutlich teurer als 2018. Erst mit der neuen Ernte 2019/20 änderte sich diese Situation. Der Absatz von Bio-Kartoffeln hat 2019 von den hochpreisigen konventionellen Kartoffeln profitiert. Die privaten Haushalte kauften insgesamt 16 Prozent mehr bei einem durchschnittlichen Preisanstieg um 17 Prozent.

Die deutschen Bäuerinnen und Bauern haben 2019 gut 6 Prozent mehr Bio-Milch an inländische Molkereien geliefert als 2018. Das steigende Angebot konnte dank der guten Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr zu weitgehend unveränderten Preisen im Handel abgesetzt werden. 

Bei einigen Standardartikeln im Bio-Sortiment stieg hingegen der Preis. So kostete 2019 im konventionellen Lebensmittelhandel (LEH) geschnittener Bio-Bergkäse mit durchschnittlich 12,80 Euro pro Kilogramm rund 30 Cent mehr pro Kilogramm als ein Jahr zuvor. Neben mancher Bio-Schnittware in der Selbstbedienungstheke verteuerten sich auch Bio-Weichkäse.

Gut 14 Prozent aller verkauften Eier in Deutschland trugen 2019 das Bio-Siegel, kein anderes Lebensmittel hat einen so hohen Bio-Anteil. Im Vergleich zu 2018 hat sich der Bio-Anteil noch vergrößert. Gleichzeitig haben die Verbraucherinnen und Verbraucher im Schnitt mehr für Eier aus ökologischer Erzeugung gezahlt. Hierfür dürfte das wachsende Angebot an Eiern mit Bio-Plus Eigenschaften verantwortlich sein. Denn neben den herkömmlichen Bio-Eiern bieten immer mehr Einzelhändler auch Eier aus Bruderhahnhaltung oder der Region an.

Jede zehnte Milch ist Bio

Im Jahr 2019 trug ein Zehntel der privat eingekauften Trinkmilchmengen in Deutschland ein Bio-Siegel. Während 2018 der LEH einen starken Anteil am Anstieg der Bio-Milchabätze hatte, zeigten 2019 auch der Naturkosthandel und die sonstigen Einkaufsstätten außerhalb des konventionellen LEH eine "Wiederbelebung". Branchenexpertinnen und -experten nennen unter anderem die regionale Herkunft und das breite Sortiment an Milcharten wie Heu-, Weide- oder Jahreszeitenmilch als Grund für die wachsende Beliebtheit von Bio-Milch.

Auch Speiseöl stellt 2019 hohe Bio-Anteile am jeweiligen Gesamtmarkt. Die Vielfalt an Bio-Ölen in den Regalen wächst immer mehr und geht weit über die Klassiker wie Raps-, Sonnenblumen- und Distel- sowie Olivenöl hinaus. Extra natives Olivenöl in Bio-Qualität gehört mittlerweile in Deutschlands LEH zum Standard.

Bei Bio-Kartoffeln stiegen die Einkaufsmengen der privaten Haushalte im vergangenen Jahr erheblich, während sich die konventionellen Mengen reduzierten. Fast sieben Prozent der eingekauften Kartoffeln stammten 2019 aus ökologischer Erzeugung.


Letzte Aktualisierung 21.04.2020

BÖLW – Branchenreport 2020

Grafik: Weltkugel

Zahlen und Fakten zur Bio-Branche in Deutschland.

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