Biokäse

Biokäse ist immer gefragter

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland kaufen immer mehr Biokäse: Die Einkäufe steigen 2017 nach Daten von Januar bis August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowohl bei Hartkäse als auch Schnittkäse und Weichkäse in Bioqualität. Überdurchschnittlich wächst das Angebot bei Käseaufschnitt in der Selbstbedienungstheke. Noch stellen die ausgewählten Sorten in Scheiben nur kleine Anteile von einem Prozent am gesamten Biokäsesortiment, so die AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels.

Fast zu gleichen Teilen wird das Angebot von Hartkäse, Schnittkäse und Frischkäse dominiert. Diese stehen jeweils für ein Viertel der Bioeinkäufe. Bekannte Standardsorten wie Gouda und Tilsiter bei Schnittkäse, Emmentaler und Bergkäse bei Hartkäse oder Brie und Camembert bei Weichkäse bilden meist die Basis des Käsesortiments.

Die konventionellen Lebensmitteleinzelhandelsketten (LEH) bieten mittlerweile ein größeres Biokäsesortiment an. Die Einkaufsmengen sind sowohl in den Vollsortimentern als auch bei einigen Discountern – allen voran Lidl – spürbar gestiegen. Allerdings war Lidl bisher eher eine "kleine Nummer" bei Biokäse und hat sein Sortiment um neue Biokäsesorten ergänzt. Nicht unumstritten in der Branche war in diesem Zusammenhang die Einführung eines Bioschnittkäses mit Bioland-Siegel. Um bei den Discountern zu bleiben: Mengenmäßig werden mit Abstand die größten Biokäseeinkäufe bei Aldi Süd und Aldi Nord getätigt.

Immer mehr Biokäse wird in der Selbstbedienungstheke, also vorverpackt, gekauft. Dies ist die Darreichungsform, der im konventionellen LEH eine große Bedeutung zukommt, so dass dort mehr als die Hälfte der Biokäseeinkäufe getätigt werden. Dieser Trend wird durch das wachsende vorverpackte Biokäseangebot unterstützt.

Biokäse gehört, wenn es um die Bedienung an der Theke geht, zu einem traditionell wichtigen Produkt im Naturkosthandel. Dieser hat sich auch von der positiven Entwicklung der Einkaufsmengen bei Biokäse nicht vom konventionellen LEH abhängen lassen. Vielmehr konnte der Naturkosthandel seine Absatzmengen um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Das höhere Preisniveau hat die treue Biokundschaft nicht abgeschreckt.

Bioanteil bei Käse im LEH noch gering

Die steigende Nachfrage nach Biokäse hat den Bioanteil erhöht: Immerhin kommen 2,6 Prozent aller Käseeinkäufe von Januar bis August 2017 auf das Konto von Biokäse. Die Umsatzanteile sind auf fünf Prozent gewachsen. Höherwertige Sorten haben einen größeren Anteil am Biokäsesortiment. Die Preisaufschläge für vergleichbare Sorten/Verpackungen dagegen fallen vergleichsweise klein aus. Insbesondere an Käsetheken sind die Preisunterschiede verglichen mit einer Käsetheke im Vollsortimenter häufig gering.

Steigende Biokäseherstellung in Deutschland

2017 wurde nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) rund sechs Prozent mehr Biokäse von deutschen Molkereien hergestellt als im Vorjahr. Bereits 2016 stieg die deutsche Biokäseproduktion um neun Prozent an. Demnach wurden 2016 über 32.300 Tonnen Biokäse in Deutschland hergestellt. Deutschland ist in der EU vor Frankreich und den Niederlanden der bedeutendste Hersteller von Käse. Die gesamte Käseproduktion Deutschland betrug im selben Jahr 1,75 Millionen Tonnen.

Schwerpunkte der Biokäseherstellung finden sich in Süddeutschland. Hier sind traditionell viele Käsereien angesiedelt. Auch an Hofkäsereien mangelt es hier nicht. Frisch gemolkene Milch wird gleich vor Ort zu Käse verarbeitet. Auch mobile Käsereien liegen im Trend. Mobile Käsereien gibt es seit wenigen Jahren in Deutschland. In der Regel sind es Käsemeister, die sich eine Käserei auf Rädern aufgebaut haben und im Lohn Milch verarbeiten.

Biokäse kommt jedoch nicht nur von deutschen Herstellern und aus deutscher Rohmilch in den Handel, sondern die großen europäischen Käsenationen, die Niederlande, Frankreich, Österreich und die Schweiz haben ebenfalls ein großes Angebot an Biokäse für die deutsche Kundschaft. Aus Frankreich stammt ein großes Angebot an Bioweichkäse wie Roquefort, Comté und Brie de Meaux. Niederländische Käsereien liefern häufig mit Kräutern und Gewürzen gewürzten Hart- und vor allem Schnittkäse. Österreich zeigt sich mit seinen Biokäseprodukten im deutschen Handel. Hier gibt es ein umfangreiches Sortiment an Emmentaler, Heumilchkäse und Bergkäse. Viel von dem österreichischen Biokäse landet aber auch auf dem dortigen Markt. In Österreich lag der Bioanteil bei Käse 2016 im Lebensmitteleinzelhandel je nach Sorte bei zum Beispiel 5,8 Prozent bei Hartkäse oder 8,5 Prozent bei Frischkäse.

Für selbstständige Bioläden kann eine gut geführte Käsetheke ein wichtiger Umsatzbringer werden oder bleiben. Mit einer Mischung aus internationalen Spezialitäten, Produkten regionaler Käsereien, der richtigen Beratung kann sie ein echter Kundenmagnet sein. Es lohnt sich, hier immer wieder neue Angebote zu testen und Verkostungen durchzuführen.


Letzte Aktualisierung 26.11.2017

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Grafik: Weltkugel

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