Backmischungen

Trend zu Convenience – Backmischungen

Backmischungen sind keine neue Erfindung: Bereits im Jahr 1845 wurde in England die erste Backmischung als "Henry Jones self-raising flour" zum Patent angemeldet. Sie bestand aus fein gemahlenem Mehl gemischt mit Weinsäure, die nach einer Lagerung von zwei bis drei Tagen mit Natron als Treibmittel versetzt wurde. Dazu kamen Salz und feingemahlener Zucker. Der Mischung musste vor dem Backen nur noch Trinkwasser hinzugefügt werden. Bis heute sind die Grundbestandteile einer jeden Backmischung Mehl, Salz und Treibmittel. Dazu kommen je nach Rezept und Art - Brot oder Kuchen - Zucker, Gewürze und andere Zutaten. Wer mit Backmischungen backen will, muss nur noch Flüssigkeiten (Wasser, Milch), Fett, wie Butter, und je nach Rezept noch Eier hinzufügen. Auch ein Großteil der heutigen Bäckereien arbeitet mit standardisierten Backmischungen als sogenannte Vorprodukte.  

Brot- und Kuchen-Backmischungen

Heutzutage sind die beliebtesten Backmischungen solche für Brot und Kuchen. Am Gesamtumsatz im Naturkostfachgeschäft machte der Umsatzanteil dieses Segments laut Biovista im Jahre 2013/2014 gerade einmal 0,13 Prozent. Trotzdem hat die Sortimentsgruppe einen festen Platz im Verkaufsregal und bietet durchaus noch Potenzial. Gerade der Trend zu "Selbstgemachtem" bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern bietet die Möglichkeit, Backmischungen stärker hervorzuheben. Das größte Potenzial liegt bei Kuchenfertigmischungen. Hier lässt es sich aus dem Vollen schöpfen. So bieten Biohersteller wie Bauckhof Naturkost oder Rolle Mühle ein breites Sortiment fertiger Kuchenmischungen: vom Schokokuchen bis zu Brownies. Aber auch die Produktpalette zum Brotbacken reicht von den klassischen Roggen-, Weizen- oder Dinkelbroten bis hin zu Hafermehlmischungen und Spezialbroten. Auch die großen Handelsunternehmen, wie beispielsweise REWE, bieten unter ihrer Eigenmarke vielfältige Brot- und Kuchenbackmischungen in Bioqualität an.

Nur für die Schnellen?

Die Vorzüge der Backmischungen liegen auf der Hand: Wer backen will, muss nur noch Flüssigkeit und Fett dazugeben, kneten und den Teig in den Backofen schieben. Verbraucherinnen und Verbraucher mit wenig Zeit sind die wichtigste Zielgruppe. Singles, Studierende oder Eltern sind offen für Produkte, die schnell zubereitet sind und ihnen ein Stück Arbeit abnehmen. Aber auch Menschen mit Lebensmittelintoleranzen sind eine Zielgruppe für die Backmischungen. Inzwischen finden sich verschiedenste glutenfreie Backmischungen auf dem Markt, um die immer größer werdende Gruppe der Allergiker zu bedienen. So führt die Naturkorn Mühle Werz ein umfangreiches Angebot an Backmischungen auf Mais-, Reis- oder Buchweizen-Basis für Menschen mit Zöliakie.

Probieren geht über Studieren! Nach diesem Motto lassen sich Verbraucherinnen und Verbraucher am ehesten von der Qualität eines Produktes überzeugen. Eine Verköstigung von aus den Backmischungen hergestellten Kuchen oder Broten im Geschäft ist deshalb eine ausgezeichnete Marketingaktion für Backmischungen. Neben einer Zweitplatzierung gehören die Brotbackmischungen in das Getreideregal, auch die glutenfreien Mischungen. Süße Backmischungen für Kuchen, Waffeln und Pfannkuchen sollten zu den Backzutaten gestellt werden. Mit gut geschultem Personal kann das Biofachgeschäft punkten und dieses Sortiment aus dem Dornröschenschlaf erwecken.


Letzte Aktualisierung 17.08.2017

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Grafik: Weltkugel

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