BIOFACH 2020: Trends und Neuheiten

BIOFACH 2020: Trends und Neuheiten

2019 gaben die Deutschen knapp 10 Prozent mehr und damit insgesamt 11,97 Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel und -Getränke aus. Wie Bio boomt, zeigt die BIOFACH – Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg. Tausende Aussteller aus über hundert Ländern präsentierten ihre bewährten und brandneuen Produkte. Die diesjährigen Trends lauten: Innovative Verpackungslösungen, Vegan 2.0, samenfeste Sorten sowie "Region mit Emotion".

Vegan bleibt der Megatrend

Vegane Ernährung ist keine Eintagsfliege. Der Markt für vegane Produkte wächst weiter und zieht sich durch alle Warengruppen hindurch. Bestes Beispiel ist der vegane Osterhase. Milch- und Fleischalternativen schießen wie Pilze aus dem Boden. Wie wäre es mit "Butter" auf Mandelbasis mit Algen, Bio-Hafercreme oder Kokos-Schlagsahne? Die Veganbranche schafft es aber auch, ihre Lebensmittel immer mehr zu verfeinern. So kann die vegane Käsealternative aus Cashew-Nüssen mit dem echten Camembert geschmacklich locker mithalten. Und statt an Fleisch- oder Heringssalaten laben sich Gesundheitsbewusste und Tierfans jetzt an Fruchtfleischsalaten aus Jackfruit. Ein heiß ersehntes Produkt ist der erste Haferdrink in der Mehrwegflasche. Dieser wurde auch prompt mit dem Innovationspreis der Messe in der Kategorie Getränke ausgezeichnet.

Innovativ zeigt sich auch der Nonfood-Bereich. Es gibt Reinigungsmittel zum Nachfüllen oder Geschirrspülmittel in Pulverform. Als echte Alternative zu herkömmlichen Flüssigreinigern wurden Öko-Reiniger-Tabs als bestes neues Non-Food-Produkt ausgezeichnet.

Innovative Verpackungen

Bio ist mehr als eine Frage des Inhalts. Viele Hersteller achten darauf, so wenig Material wie nötig zu nutzen und auf Plastik zu verzichten. Beispielsweise wickelt ein Schokoladenhersteller seine Süßigkeiten neuerdings in Folien aus Holzfasern ein. Dadurch kann die Folie auf dem heimischen Komposthaufen entsorgt werden – ungewöhnlich, aber unter optimalen Kompostierbedingungen zersetzt sich die Folie in circa zwei Monaten.

Verbraucherinnen und Verbraucher können dem plastikfreien Trend mit Obst- und Gemüsenetzen aus Bio-Baumwolle und Bio-Bienenwachstüchern folgen. Die waschbaren Wachstücher können Frischhalte- oder Alufolie ersetzen. Einen Pfandbecher für den Coffe-to-go bieten deutschlandweit bereits zahlreiche Unternehmen an. Im Test sind zudem Pfandsysteme für Take-Away Verpackungen. Die Verwendung von Mehrwegschalen bei Take-away und Essenslieferungen könnten einen Großteil der jährlich 280.000 Tonnen Abfall für Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen einsparen. Eine Studie des NABU verdeutlicht, dass alternative Verpackungslösungen notwendig sind: Der Verbrauch von Verpackungen für den Sofortverzehr stieg in Deutschland seit 1994 um 38 Prozent an.

Weniger Zucker und mehr gesunde Snacks

Bio-Produkte sollen möglichst naturbelassen sein: je weniger Zucker und Zusatzstoffe, umso besser. So gibt es jetzt beispielsweise zuckerfreien Kakao, Tee mit Bio-Stevia und Geliermittel aus Birkenzucker. Besonders Bio-Süßigkeiten sollen weniger Zucker enthalten. So bietet ein Start-up eine weiße vegane Schokolade mit 65 Prozent weniger Zucker (Kokosblütenzucker), dafür aber mehr Magnesium und Eisen an.

Ganz ohne Zucker kommt die innovative Dattelschokolade aus: Hier süßen nur gemahlene Datteln. Gerade die Start-ups bringen gesunde Snacks in Hülle und Fülle auf den Markt: So können wir statt fettiger Chips jetzt scharfes Bio-Popcorn, zuckerfreie Bio-Fruchtgummis oder Brainfood aus Hanf genießen. Letzteres war das Lieblingsprodukt der Messe in der Kategorie Trockenprodukte, Snacks und Süßigkeiten.

Regional bleibt optimal

Bio kommt zwar aus aller Welt, aber regionale Lebensmittel sind Trumpf. Besonders Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern entdecken immer wieder vergessene und neue Pflanzen für den heimischen Anbau. Sie pflanzen Quinoa in Niedersachsen und Sojabohnen im Südwesten. Auf der Biofach geht dieses Jahr Sweet Beet – ein Bio-Zucker aus süddeutschen Zuckerrüben – an  den Start. Der heimische Rübenzucker kann Rohrzucker aus fernen Landen ersetzen. Wirklich wagemutig zeigen sich fünf Bio-Bauern aus Österreich. Sie betreiben in der Nähe von Wien Trockenreisanbau. Das heißt: sie setzen ihren Reis nicht dauerhaft unter Wasser, sondern bewässern ihn nur bei Bedarf. "Das viele Wasser braucht der Reis gar nicht, hält aber Schädlinge und Unkräuter im Zaum. Entsprechend haben wir einen größeren Aufwand, unsere Pflanzen zu schützen", berichtet Reisbauer Gregor Neumayer. So hat der Österreis zwar seinen Preis, ist aber durch die kurzen Transportwege und dem geringeren Wasserverbrauch beim Anbau auch viel ressourcenschonender.

Samenfeste Sorten säen

Die Öko-Züchtung baut auf samenfeste Sorten: Denn die lassen sich im Gegensatz zu Hybriden immer wieder anbauen. Das macht Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern unabhängig von den großen Saatgutkonzernen und erhält die Sortenvielfalt. Entsprechend verwenden auch die Bio-Unternehmen gerne Früchte und Gemüse aus samenfestem Saatgut. Beispielsweise besteht der leuchtend gelbe Sonnenmöhren-Saft aus der alten samenfesten Möhrensorte "Gochsheimer Gelbe Rübe". Unsere Möhren waren ursprünglich gelb.

Den Trend zu samenfesten und alten Sorten können auch Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner ausleben. Wenn sie zum Beispiel die Bunte Bete säen. Die vier verschiedenen Rote Bete-Typen sorgen für Vielfalt im Garten und auf dem Teller. Und  samenfeste Saatgutbomben lädt zu grünem Guerilla-Gardening ein.


Letzte Aktualisierung 19.02.2020

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