Antonius-Hof

Antonius-Hof: ökologisch, regional, sozial

Ökologisch, regional, sozial: Nach diesem Motto wirtschaften der zum Antoniusheim Fulda gehörende Biolandhof und die Gärtnerei schon über 25 Jahre. Das neue Label "Antonius-Bio" unterstreicht dieses nachhaltige Wirtschaften und verdeutlicht, dass die Kundinnen und Kunden noch viel mehr bekommen als ökologische Lebensmittel. Wer hier einkauft, handelt nachhaltig.

Soziale Verantwortung übernehmen

"Als wir damals mit der eigenen Gärtnerei anfingen, war für mich sofort klar, dass die Produkte unter ökologischen, regionalen und sozialen Gesichtspunkten angebaut werden sollen. In der Region Fulda war das Konzept zu diesem Zeitpunkt einmalig", blickt Martin Günzel - Projektbegleiter von der ersten Minute an - auf die schwierige Anfangsphase zurück. Heute werden auf einer Fläche von 370 Hektar Land mit insgesamt 150 Mitarbeitern vielfältige Produkte angebaut. Das Antoniusheim, zu dem der Antonius-Hof und die Gärtnerei gehören, ist eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung, die durch Bürgerengagement und eine christlich-vinzentinische Religiosität geprägt ist.

"Ökologisch, regional, sozial. Die drei Schlagworte in unserem Slogan stehen für den tiefen Respekt vor der Schöpfung"

Unter dem Motto "ökologisch, regional, sozial" steht auch die neue Marke "Antonius-Bio". Sie beinhaltet noch mehr als Bioqualität und kurze Transportwege: "Alle drei Schlagworte in unserem Slogan stehen für den tiefen Respekt vor der Schöpfung", erklärt Rainer Sippel, Leiter des Antoniusheims. Das kann man auch auf dem zugehörigen Antonius-Hof erleben: Hier werden die Tiere in hellen luftigen Ställen gehalten und von Menschen mit und ohne geistige, seelische oder körperliche Beeinträchtigung kompetent ver- und umsorgt. Das Wort "sozial" beinhaltet ebenso beste Arbeitsbedingungen für alle Menschen, die auf dem Hof arbeiten. Sie erzeugen dort Lebensmittel - Fleisch, Milch, Kartoffeln und Gemüse - die in der eigenen Großküche verarbeitet und im zugehörigen Bioladen verkauft werden.

Im Antoniusheim und auf dem Hof finden oft Veranstaltungen statt, um Interessierten und Kunden das Leben und Arbeiten dort näher vorzustellen. An Maria Himmelfahrt stehen dabei die Kräuter im Mittelpunkt. Der alte volkstümliche Brauch der Kräuterweihe wird feierlich zelebriert. Königskerze, Calendula, Frauenmantel und viele weitere traditionelle Heilkräuter stecken in den Sträußen, die vom Diakon geweiht werden. Mitarbeiter haben sie am Morgen frisch gepflückt und gebunden. Die geweihten Kräuter gelten als besonders heilsam. Früher wurde den Menschen daraus Tee gebrüht, krankes Vieh bekam die Kräuter unters Futter gemischt. Getrocknet sollten sie Mensch und Vieh vor Krankheit und Feuer bewahren. Kein Wunder also, dass die etwa 20 Sträuße ganz schnell weg sind, als sie gegen eine kleine Spende erworben werden können.

"Ich schaue immer, wie ich die Schätze der Natur verarbeiten und meine Mitarbeiter dabei bestmöglich einsetzen kann."

Individuelle Feinkost

Was man noch so alles mit Kräutern machen kann, zeigen Fred Preis und seine Mitarbeiter mit Handicap. Sie haben an diesem Tag einen kleinen Stand mit ihren Produkten vor dem Antonius-Laden aufgebaut. Da gibt es die verschiedensten Pestos, Essige, Fruchtaufstriche und Chutneys. "Ich schaue immer, wie ich die Schätze der Natur verarbeiten kann", beginnt Preis zu erzählen. Und er gerät schnell ins Schwärmen, was Heim- und Hofumfeld alles bieten.

Die Wildkräuter für das Wildkräuter-Pesto sammeln seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Beispiel auf dem Gelände und den nahe gelegenen Feldern. Jeder hat da so seine besonderen Fähigkeiten. Jutta Jacobi zupft beispielsweise ganz lässig aus dem Handgelenk die Blütenblätter vom Löwenzahn ab, denn nur die landen im Pesto. Im "LauchZahn-Essig" übrigens auch. Bärlauch und Löwenzahn geben darin eine würzige Mischung, die im Salat genauso gut schmeckt wie in der Linsensuppe. Die Produktnamen sind übrigens oft überaus kreativ. "Kamill-A" nennt sich ein Fruchtaufstrich aus Streuobstäpfeln, die auf der Wiese um die Ecke geerntet wurden und Kamille, die im Weizenfeld gleich nebenan wächst. Besucher am Stand probieren und kaufen anschließend häufig gleich mehrere Produkte; nicht nur für sich, sondern auch als kleines individuelles Geschenk für Freunde. Fred Preis beantwortet ihnen jede Frage nach Heilwirkung und Bedeutung der Kräuter und Pflanzen, die er und seine Mitarbeiter verarbeiten.

Wer daraufhin Lust bekommt, die Kräuter zu probieren: Voilà, gleich neben dem Laden gibt es seit diesem Jahr ganz neu ein Kräuterbeet mit 40 verschiedenen Heil- und Würzkräutern. Zum Selbsternten. Kunden des Hofladens und Besucher des Cafés können hier genau die Menge ernten, die sie brauchen und mit einer Spende bezahlen.

Abends gibt es dann ein leckeres Buffet mit Köstlichkeiten der Marke "Antonius-Bio", alles aus der eigenen Produktion. Regionaler geht es nicht. In der Hauptsache gibt es Vegetarisches: Antipasti der verschiedensten Gemüsesorten, besonders lecker mit frischem Brot. Dazu macht sich ein wenig Frischkäse gut, von dem es diverse Sorten mit Wildkräutern, Petersilie und Rucola gibt.

Die leckeren, kleinen Frühkartoffeln aus dem Backofen sind ein Gedicht mit Kräuterquark. Dazu gibt es reichlich Frischkost in Form von Salat, Tomaten, Gurken und Co. Und auch Fleischliebhaber müssen auf ein leckeres Stück Rostbeef von hofeigenen Rindern nicht verzichten. Das Wetter an Maria Himmelfahrt könnte ebenfalls nicht besser sein. Es ist ein lauer Sommerabend, den die Besucher in vollen Zügen genießen. In der heutigen Zeit fällt es manchmal schwer, nachhaltig zu konsumieren. Hier ist es leicht.

Autorin: Hella Hansen


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Betriebsporträt: Antonius-Hof Haimbach

Der Antonius-Hof arbeitet im Netzwerk des Antoniusheims im Stadtbereich Fulda. Auf dem Bioland-Hof lernen und arbeiten 70 Menschen mit Handicap. Über ein mehrstufiges Ausbildungs- und Qualifizierungskonzept werden diese Menschen intensiv auf die besonderen Anforderungen der Arbeit in der Landwirtschaft vorbereitet.
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