Solidarische Landwirtschaft

Solidarische Landwirtschaft

Nachhaltige Erzeugung und Regionalit├Ąt, Fairness bei der Vermarktung und der Wunsch, die Menschen, die hinter den Lebensmitteln stehen, zu kennen - diese Aspekte spielen beim Kauf von Lebensmitteln f├╝r viele Verbraucherinnen und Verbraucher eine immer gr├Â├čere Rolle. Aber selbst Bioware, die auf den ├╝blichen Wegen (Naturkostfachgesch├Ąft, Biosupermarkt, Supermarkt, Discounter) vermarktet wird, erf├╝llt meistens nicht all diese Anspr├╝che gleichzeitig. Es ist dennoch m├Âglich, in den Genuss von Biolebensmitteln zu kommen, f├╝r die diese Kriterien zutreffen.

Ein Netzwerk, in dem ein Kunden- und Erzeugerkreis eng zusammenarbeiten, ist das Modell der "Community Supported Agriculture" (CSA). Im Deutschen l├Ąsst es sich als "gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft" ├╝bersetzen, besser bekannt als "Solidarische Landwirtschaft". Diese er├Âffnet ├Âkologisch orientierten Menschen neue Perspektiven, an der Erzeugung von Biolebensmitteln mitzuwirken - und dies alles, ohne selbst aufs Land zu ziehen oder selber einen Hof zu f├╝hren.

Die Idee der gemeinschaftlich getragenen Landwirtschaft stammt aus den USA. Der Bezug zum Lebensmittel, die Kreislaufwirtschaft des Hofes und soziales Engagement stehen bei allen Beteiligten im Vordergrund.

Wie funktioniertÔÇÖs?

Die gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft beinhaltet eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen einem landwirtschaftlichen Betrieb oder einer G├Ąrtnerei und einem festen Kreis von privaten Haushalten. Auf Grundlage der gesch├Ątzten Jahreskosten f├╝r die landwirtschaftliche Produktion verpflichtet sich die Gruppe der "passiven Landwirte", regelm├Ą├čig im Voraus einen festgesetzten Betrag an den Hof zu zahlen, der mit dem Geld seinen M├Âglichkeiten entsprechend wirtschaftet. Im Gegenzug erhalten die beteiligten Privathaushalte die im Betrieb erzeugten Lebensmittel ohne weitere Zahlungen. Neben Kartoffeln, Feldgem├╝se und Salaten geh├Âren dazu auch je nach Betriebsschwerpunkt Eier und Fleisch oder weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot, K├Ąse, Quark oder Joghurt und Wurst.

Durch die Vorfinanzierung und Abnahmegarantie der beteiligten Haushalte wird der Betrieb unabh├Ąngig von Marktentwicklungen und staatlicher F├Ârderung. Alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko (auch Missernten), die Kosten, aber auch die Ernte.

279 mal in Deutschland

Die Idee der gemeinschaftlich getragenen Landwirtschaft hat als erster in Europa der biologisch-dynamisch bewirtschaftete Buschberghof in Fuhlenhagen bei Hamburg umgesetzt. Solidarische Landwirtschaft wird hier schon seit 1986 praktiziert.

Der Buschberghof erhielt bereits 2009 den F├Ârderpreis ├ľkologischer Landbau, weil der Hof mit seinem Betriebskonzept einer "Wirtschaftsgemeinschaft" erfolgreich und nachhaltig einen f├╝r Deutschland neuartigen Weg der Betriebsf├╝hrung gegangen ist. Der Hof ist in der Lage, rund 95 Haushalte oder 300 Menschen eine Lebensgrundlage zu schaffen. ├ťber Fahrgemeinschaften werden die einzelnen Produkte ein- bis zweimal pro Woche an die Mitglieder verteilt. 

Inzwischen gibt es schon 279 H├Âfe mit Solidarischer Landwirtschaft in Deutschland - Tendenz steigend.  Die Internetseite Netzwerk Solidarische Landwirtschaft informiert ├╝ber Konzept, Aktivit├Ąten und beteiligte H├Âfe. Interessierte Verbraucherinitiativen finden hier auch Kontakte zu Gleichgesinnten oder H├Âfen in ihrer Region.

Letzte Aktualisierung 05.05.2020

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