Wie finde ich regionales Bio-Catering?

Wie finde ich regionales Bio-Catering?

Viele Verantwortliche aus Kitas, Schulen oder deren Träger fragen sich, wie sie ein geeignetes Bio-Catering finden können. Oder sie möchten sich erst einmal einen Überblick verschaffen, welche Angebote es bei ihnen vor Ort gibt. Bisher existieren dazu keine öffentlichen Listen oder Plattformen für alle Regionen in Deutschland. Aber es tut sich was. In mehreren Bundesländern haben die Vernetzungsstellen Schul- und Kita-Verpflegung solche Datenbanken aufgebaut.

"Wo finden wir Adressen von Bio-Catering-Unternehmen in unsere Nähe?" Diese Frage stellen immer wieder Akteurinnen und Akteure aus Kitas und Schulen, wenn sie ein neues Verpflegungsangebot einrichten oder mit den bisherigen Lösungen nicht zufrieden sind. Auch für kommunale und private Träger ist es im Vorfeld von Vergabeverfahren interessant zu erfahren, ob und welche Bio-Unternehmen es in ihrer Region gibt. Während der Einkauf von Bio-Lebensmitteln für Verbraucherinnen und Verbraucher immer einfacher wird und Großküchen beispielsweise hier im Oekolandbau-Portal schnell Anbieter von Bio-Produkten finden können, ist die Suche nach biozertifizierte Catering-Unternehmen häufig noch ein etwas aufwendigeres Projekt. Doch mehrere Vernetzungsstellen für die Schul- beziehungsweise auch Kita-Verpflegung haben inzwischen dafür Datenbanken aufgebaut und sind dabei, sie weiter zu pflegen. Hier ein Überblick über die Angebote in alphabetischer Reihenfolge – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wurde die ehemalige Vernetzungsstelle Kita und Schulverpflegung in das 2019 neu gegründete Landeszentrum für Ernährung an der Landesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und Ländlichen Raum (LEL) integriert. Dort gibt es die Datenbank BAWIS-KIT, in der auch Catering-Unternehmen gelistet sind. Die Datenbank ist zwar nicht öffentlich zugänglich, aber die Mitarbeitenden am Landeszentrums sind auf Anfrage gerne bereit, gezielt Unternehmen rund um die Kita- und Schulverpflegung heraussuchen und Kontaktdaten zur Verfügung stellen. Das gilt auch für Catering-Unternehmen mit Bio-Angebot.

Hessen

Um Schulen bei der Suche nach einem passenden Speiseanbieter zu unterstützen, pflegt die hessische Vernetzungsstelle Schulverpflegung eine Datenbank für Caterer in Hessen. Dort liegt eine alphabetisch sortierte Liste als PDF-Datei vor. Wenn sich Catering-Unternehmen dort registrieren, wird abgefragt, ob sie regionale Produkte verwenden, ob es eine oder mehrere Bio-Menülinien gibt oder ob einzelne Bio-Komponenten eingesetzt werden. Diese Informationen sind dann auf den Profilblättern zu den jeweiligen Catering-Unternehmen sichtbar. Allerdings lassen sich die Unternehmen mit Bio-Angebot nur etwas umständlich über die PDF-Suchfunktion (Schlagwort "Bio") heraussuchen. Perspektivisch ist eine interaktive Karte mit diesen Daten in Planung.

Rheinland-Pfalz

Auf den Internetseiten der rheinland-pfälzischen Dienstleistungszentren Ländlicher Raum gibt es eine digitale Anbieterdatenbank für Catering-Dienstleister und Lieferanten. Ende 2019 wurde dort im Zusammenhang mit einem Pilotprojekt für eine nachhaltigere Ausrichtung der Kita- und Schulverpflegung eine Filterfunktion für Bio-Anbieter eingerichtet und dazu Catering-Unternehmen angeschrieben. Allerdings sind bisher nur vier Catering-Unternehmen mit Bio-Lebensmitteln gelistet, drei davon stammen nicht aus Rheinland-Pfalz. "Ich weiß aber, dass es in Rheinland-Pfalz mehr Caterer mit Bio-Angebot gibt, vor allem noch kleinere regionale", so Karolin Wolf vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel. Offenbar, so kann man nur mutmaßen, ist es für die kleineren Betriebe eine größere Hürde sich in der Datenbank einzutragen. Denn auch sie wurden angeschrieben. "Aber wir können die uns bekannten Firmen nicht einfach in die Liste aufnehmen", so die Ökotrophologin Karolin Wolf. In jedem Fall hält sie es für sinnvoll, "wenn man in den Aufbau der Datenbank noch mehr Zeit stecken könnte".

Sachsen

Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Sachsen veröffentlicht auf ihren Internetseiten seit 2017 eine Speiseanbieterdatenbank. Die digitale Plattform gibt einen Überblick über die Catering-Unternehmen in einzelnen Regionen Sachsens beziehungsweise für das ganze Bundesland. Über eine Filterfunktion lassen sich gezielt Unternehmen herausfiltern, die Bio-Produkte verwenden. Um einen Grundstock an Daten zu erhalten, hat die Vernetzungsstelle alle damals bekannten Betriebe für die Schulverpflegung angeschrieben. "Es bedeutet einen gewissen Aufwand, diese Kontakte am Anfang zu akquirieren, die Datenbank bekannt zu machen und die Adressen kontinuierlich zu pflegen", weiß Manuela Sorg, die Leiterin der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Sachsen. "Aber es war und ist uns wichtig, Kitas, Schulen und ihren Träger die Suche nach einem passenden Anbieter zu erleichtern." Aktuell enthält die Datenbank 69 Einträge, von denen 43 auch Bio-Produkte im Programm haben. Darüber hinaus bietet die Datenbank Filterfunktionen für die Orientierung an den DGE-Qualitätsstandards für die Kita- und Schulverpflegung. Auch Catering-Unternehmen, die auf Geschmacksverstärker, künstliche Aromastoffe oder Zuckerersatz bzw. -Austauschstoffe verzichten, lassen sich mit wenigen Klicks herausfinden.

Thüringen

Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Thüringen ermöglicht seit 2011 auf einer frei zugänglichen Plattform die Suche nach Anbieterinnen und Anbietern für die Schulverpflegung. Die Abfrage lässt sich eingrenzen nach Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten und spezifizieren nach dem Verpflegungssystem und ob Bio-Produkte beziehungsweise vegetarische Menüs oder Salatteller gewünscht sind. Dass weniger kleine Anbieterinnen und Anbieter darin vorkommen, "liegt unter anderem daran, dass diese aufgrund begrenzter Kapazitäten einer größeren Nachfrage nicht gewachsen wären", berichtet die Leiterin der Vernetzungsstelle Alexandra Lienig.

Fehlt hier eine Datenbank für Catering-Unternehmen?

Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielleicht haben wir Ihre Catering-Datenbank nicht gefunden? Gerne ergänzen wir unsere Übersicht. Bitte schicken Sie uns eine Nachricht an info@oekolandbau.de.

Datenbanken als Hilfe bei der Markterkundung

Der kurze Überblick zeigt: In verschiedenen Regionen gibt es unterschiedliche Ansätze, Datenbanken für Speiseanbieter aufzubauen. Doch alle Akteurinnen und Akteure müssen sich dabei mit ähnlichen Herausforderungen auseinandersetzen. Wie gelingt es, die Datenbank bekannt zu machen und Caterinnen und Caterer für den Eintrag zu gewinnen? Woher kommen die Ressourcen für den Aufbau und die weitere Pflege? "So eine Datenbank wird niemals in der Lage sein, das tatsächliche Angebot auf dem Markt widerzuspiegeln", weiß Dr. Anke Oepping, Referatsleiterin im Nationales Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule (NQZ). "Aber sie kann in der Phase der Markterkundung eines öffentlichen Beschaffungsvorgangs eine gute Unterstützung sein". In jedem Fall ist es Suchenden zu empfehlen, sich mit anderen Akteurinnen und Akteuren in der Region zu vernetzen, nach Verbündeten Ausschau zu halten, Kolleginnen und Kollegen anzurufen und sich mit den Vernetzungsstellen für Schul- und Kita-Verpflegung auszutauschen.


Letzte Aktualisierung 16.12.2020

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