Essbares Besteck und gebackenes Geschirr

Essbares Besteck und gebackenes Geschirr

Plastikgeschirr darf und muss nicht sein: Inzwischen gibt es immer mehr wirklich umweltfreundliche Alternativen, wie unsere Beispiele zeigen. Essbare Löffel und Schälchen können die Gäste einfach verspeisen oder lassen sich problemlos mit den Speiseabfällen entsorgen.

Weg mit dem Einweggeschirr: ab 3. Juli dürfen etliche Einwegprodukte aus Kunststoff nicht mehr vertrieben werden. Das gilt auch für Plastikgeschirr und Einwegbesteck. Folgende Produkte fallen unter das EU-weite Verbot:

  • Einweg-Besteck (Gabeln, Messer, Löffel)
  • Teller
  • Trinkhalme ("Strohhalme")
  • Rührstäbchen
  • To-Go-Becher
  • Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essenbehälter aus Styropor

Das Verbot gilt auch für Wegwerfteller oder -becher aus biobasierten oder biologisch abbaubaren Kunststoffen. Denn diese zersetzen sich in den gängigen Kompostieranlagen nicht vollständig, sondern zerfallen zu Mikroplastik und verbleiben jahrzehntelang in der Umwelt.

Essbare bio-vegane Schalen

Die Dresdner Firma Füllett UG bietet für die AHV gleichnamige essbare Schalen in bio-veganer Qualität an. Die Fülletts werden aus regionalem Bio-Mehl von der Vogtlandmühle und aus Bio-Rapsöl von der Teutoburger Mühle gebacken. Durch ein spezielles Backverfahren erhalten sie eine wie versiegelt wirkende Oberfläche. Die für Backwaren ungewöhnlich feuchtigkeitsbeständigen Cups schmecken nach knusprigem Brot. Die Schälchen lassen sich süß, herzhaft, kalt oder warm befüllen und auch als Auflauf/Gratinschale mitbacken. Je nach Größe eignen sie sich für Fingerfood, Streetfood-Snacks, Salate, Suppen und Aufläufe.

Geretteten Hafer zu Löffeln aufwerten

Essbare Löffel gibt es bereits mehrfach auf dem Markt. Der Heidelberger Hersteller Spoontainable produziert nachhaltige, essbare Löffel in zwei Größen. "Unsere Produkte bestehen aus gerettetem Hafer oder Kakaoschalen konventioneller Herkunft. Die Nebenprodukte aus der Getreide- und Schokoladenproduktion verarbeiten wir zunächst zu Fasern und anschließend zu unseren Löffeln oder Rührstäbchen", erklärt Geschäftsführerin Julia Piechotta. Das sei echtes Upcycling, da die Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie ja zu leckeren Löffeln aufgewertet würden. Die Löffel schmecken je nach Rohstoff nach Haferkeks oder Zartbitterschokolade.

Löffel schmecken und snacken

Das Göttinger Start-Up Kulero vermarktet Trinkhalme, Teller, Becher und Löffel aus Getreide und Getreideschalen. Ihre essbaren Löffel stellen sie in gleich vier verschiedenen Geschmacksvarianten her: sie schmecken herzhaft nach Masala, scharf nach Pfeffer, neutral oder süß nach Schoko. Die Löffel halten in heißen Suppen mindestens 30 Minuten, in kalten Speisen sogar bis zu 60 Minuten. Nach der Mahlzeit sind sie eine gute Portion für einen kleinen Snack.

Die essbaren Eislöffel sind bereits bio-zertifiziert. Eine Bio-Bäckerei im schwäbischen Heidenheim backt sie aus regionalem Bio-Mehl. Das Bio-Sortiment solle künftig noch wachsen, versichert Juliane Schöning von Kulero.

Vom Geschirr zum Lebensmittel

Beim essbaren Besteck und Geschirr handelt es sich um Lebensmittel. Entsprechend müssen Verantwortliche von Catering-, Gastronomiebetrieben oder Kantinen, die Deklaration und das Mindesthaltbarkeitsdatum beachten. Für das Handling ihrer Produkte liefern die Hersteller viele Hintergrundinformationen. Zusätzlich bieten sie Marketingmaterialien wie Thekenaufsteller für die Gäste. Denn natürlich müssen die Kundinnen und Kunden erst anbeißen, bevor sie zubeißen. Am leichtesten auf den Geschmack kommen sie bei den Löffeln. "Etwa 70 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher essen unsere Spoonies nach dem Eis, Dessert oder Kaffee", schätzt Julia Piechotta.

Ob die Fülletts gegessen werden, hängt auch vom Inhalt ab: "Liegen im trockenen Füllett nur "trockene" Pommes drin, ist die Verzehrquote geringer als bei einem fondhaltigen Pfannengericht. Dann nimmt das Füllett gut den Geschmack der eingefüllten Speisen an und die Feuchtigkeit garantiert ein angenehmes Bissgefühl", so Marion Thiele, Geschäftsführerin von Füllett.

Null Müll

Das große Plus: Nicht verzehrtes Geschirr und Besteck lässt sich einfach mit den Speiseabfällen entsorgen. Es kann auf den Kompost oder in die Biotonne. Dagegen lässt sich das so genannte Bio-Einweggeschirr (Palmblatt-Geschirr, Zuckerrohrgeschirr, Bambusgeschirr) in der Praxis laut der Deutschen Umwelthilfe kaum kompostieren. Es ist in den öffentlichen Kompostwerken unerwünscht und landet meist im Restmüll. Das voluminöse Geschirr zu entsorgen, ist teuer und wenig ökologisch.


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Letzte Aktualisierung 31.05.2021

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